Holzfeuchte-Rechner: Optimale Feuchtigkeit berechnen
Holzfeuchte verstehen: Der komplette Ratgeber
Warum ist Holzfeuchte so wichtig? Was passiert, wenn Holz zu feucht oder zu trocken verarbeitet wird? Im folgenden Ratgeber erfährst du alles über Messmethoden, Gleichgewichtsfeuchte und die besten Messgeräte.
Wer mit Holz arbeitet, kennt das Problem: Ein perfekt gebautes Regal bekommt nach wenigen Wochen Risse, der neue Parkettboden wölbt sich, oder die Leimverbindung am Stuhl löst sich. In den allermeisten Fällen steckt dieselbe Ursache dahinter — falsche Holzfeuchtigkeit. Holz ist ein hygroskopischer Werkstoff, der ständig Feuchtigkeit mit seiner Umgebung austauscht. Wer diesen Prozess nicht versteht und kontrolliert, riskiert Verformungen, Schimmelbefall und Materialversagen.
Mit unserem Holzfeuchte-Rechner oben kannst du schnell berechnen, welche Zielfeuchte dein Holz für den geplanten Einsatzzweck haben sollte — und ob dein gemessener Wert im grünen Bereich liegt. In diesem Artikel erfährst du alles, was du über Holzfeuchtigkeit wissen musst: von der richtigen Messmethode über die optimalen Werte je Verwendungszweck bis hin zu den besten Messgeräten.
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Von Robert · Holzwerker & Werkzeug-Tester bei HolzTools.de · Aktualisiert: Februar 2026
Was ist Holzfeuchte?
Die Holzfeuchte (auch Holzfeuchtigkeit) beschreibt den prozentualen Anteil von Wasser im Holz, bezogen auf die Trockenmasse. Sie wird nach folgender Formel berechnet:
Holzfeuchte (%) = (Feuchtmasse − Trockenmasse) / Trockenmasse × 100
Ein frisch gefällter Baum hat je nach Art eine Holzfeuchte von 40 bis über 100 %. Ja, richtig gelesen — Werte über 100 % sind möglich, weil das Wasser mehr wiegen kann als das Holz selbst. Splintholz enthält dabei deutlich mehr Wasser als Kernholz, weil dort der aktive Wassertransport des lebenden Baumes stattfindet.
Gebundenes und freies Wasser
Im Holz existieren zwei Formen von Wasser, und der Unterschied ist entscheidend:
- Freies Wasser (auch Kapillarwasser): Befindet sich in den Zellhohlräumen (Lumina) und lässt sich relativ leicht entfernen. Es hat kaum Einfluss auf die Dimensionen des Holzes.
- Gebundenes Wasser (auch Zellwandwasser): Ist in die Zellwände eingelagert. Wenn dieses Wasser entweicht, beginnt das Holz zu schwinden — es zieht sich zusammen. Umgekehrt quillt es bei Wasseraufnahme.
Der Übergang zwischen diesen beiden Zuständen heißt Fasersättigungspunkt. Er liegt je nach Holzart bei 24–32 % Holzfeuchte (bei den meisten heimischen Hölzern um die 28 %). Unterhalb dieses Punktes beginnt das Holz zu „arbeiten” — es verändert seine Abmessungen.
Optimale Holzfeuchtigkeit nach Verwendungszweck
Die richtige Zielfeuchte hängt davon ab, wo und wie das Holz eingesetzt wird. Die Faustregel: Das Holz sollte bei der Verarbeitung bereits die Feuchte haben, die es am Einsatzort langfristig erreichen wird. So minimierst du Schwund und Quellung.
| Einsatzbereich | Ziel-Feuchte (%) | Erklärung |
|---|---|---|
| Möbelbau (beheizte Räume) | 8–10 % | Zentralheizung trocknet die Luft stark aus, besonders im Winter. Zu feuchtes Holz schwindet und bildet Risse. |
| Parkett / Holzfußböden | 7–9 % | Bei Fußbodenheizung sogar 6–8 %. Parkettdielen reagieren besonders empfindlich auf Feuchteänderungen. |
| Innenausbau (Türen, Treppen) | 8–12 % | Je nach Beheizung und Raumklima. Unbeheizter Keller eher 12 %, Wohnraum eher 8–9 %. |
| Außenmöbel / Terrassenholz | 12–18 % | Im Freien gelagertes Holz pendelt sich auf 15–18 % ein. Überdacht verarbeitetes Holz darf trockener sein. |
| Fachwerk / Konstruktionsholz | 12–15 % | DIN 68800 fordert maximal 20 % für Bauholz. Praxiswert für Tragwerke: 12–15 %. |
| Drechseln / Schnitzen | 8–12 % | Trockenes Holz lässt sich sauberer bearbeiten. Grünholz-Drechseln erfordert bewussten Umgang mit Schwund. |
| Brennholz | < 20 % | Gesetzlich vorgeschrieben (1. BImSchV). Ideal: 15–18 %. Zu feuchtes Holz erzeugt viel Rauch und wenig Wärme. |
| Leimholz / Verleimung | 8–12 % | Die meisten Holzleime erfordern Feuchten unter 12 %. PVAc-Leime funktionieren optimal bei 8–10 %. |
Praxistipp: Kaufe Holz nicht „auf Vorrat” und lagere es wochenlang in der unbeheizten Garage. Es nimmt dort Feuchtigkeit auf und liegt bei der Verarbeitung über der Zielfeuchte. Idealerweise akklimatisierst du das Holz mindestens 1–2 Wochen in dem Raum, in dem es später stehen soll.
Holzfeuchte nach Holzart
Nicht jedes Holz reagiert gleich auf Feuchteänderungen. Die sogenannte differentielle Quellung beschreibt, wie stark sich ein Holz pro Prozent Feuchteänderung ausdehnt oder zusammenzieht. Außerdem unterscheiden sich die Holzarten in ihrer Fasersättigung und der Geschwindigkeit, mit der sie Feuchtigkeit aufnehmen oder abgeben.
| Holzart | Fasersättigung (%) | Schwindmaß tangential | Schwindmaß radial | Besonderheiten |
|---|---|---|---|---|
| Fichte | ca. 30 % | 7,8 % | 3,6 % | Trocknet schnell, geringes Schwindmaß. Gutmütiges Holz für Anfänger. |
| Kiefer | ca. 30 % | 7,5 % | 4,0 % | Ähnlich wie Fichte, Harzgehalt kann Messung beeinflussen. |
| Eiche | ca. 25 % | 10,0 % | 4,5 % | Hohes Schwindmaß, neigt zu Rissbildung. Langsam trocknen! |
| Buche | ca. 28 % | 11,8 % | 5,8 % | Stärkste Quellung unter heimischen Hölzern. Trocknet sehr langsam. |
| Esche | ca. 27 % | 8,0 % | 5,0 % | Gutes Verhältnis von Festigkeit zu Schwindverhalten. |
| Ahorn | ca. 27 % | 8,5 % | 3,5 % | Neigt bei zu schneller Trocknung zu Verfärbungen. |
| Nussbaum | ca. 26 % | 7,5 % | 5,5 % | Relativ formstabil nach der Trocknung. Hochwertiges Möbelholz. |
| Lärche | ca. 28 % | 8,3 % | 3,5 % | Natürlich witterungsbeständig. Beliebt für Außenanwendungen. |
Warum ist das wichtig? Buche mit einem Schwindmaß von fast 12 % tangential „arbeitet” deutlich stärker als etwa Fichte mit 7,8 %. Bei einem 30 cm breiten Buchenbrett kann die Breitenänderung von 10 % auf 6 % Holzfeuchte gut 3–4 mm betragen. Das ist genug, um Leimfugen aufzubrechen oder Schubladen klemmen zu lassen.
Die meisten Holzfeuchtemessgeräte sind ab Werk auf Fichte kalibriert. Für andere Holzarten musst du die Artenkorrektur beachten — hochwertige Geräte bieten Holzartengruppen zur Auswahl an.
Messmethoden im Vergleich
Es gibt drei grundlegende Verfahren, um die Holzfeuchte zu bestimmen. Jedes hat seinen Platz — vom schnellen Check auf der Baustelle bis zur präzisen Laboranalyse.
1. Widerstandsmessung (resistiv / Pin-Methode)
Zwei Metallstifte (Pins) werden ins Holz gedrückt oder eingeschlagen. Das Gerät misst den elektrischen Widerstand zwischen den Pins — je feuchter das Holz, desto geringer der Widerstand.
| Vorteile | Nachteile |
|---|---|
| Günstig (ab ) | Hinterlässt kleine Einstichstellen |
| Misst in definierter Tiefe | Punkt-Messung — nicht repräsentativ für das ganze Brett |
| Gut für Messungen im Holzinneren (mit Einschlagelektroden) | Metallische Inhaltsstoffe, Harz oder Salze verfälschen den Wert |
| Schnelle Messung (2–3 Sekunden) | Temperaturabhängig — bei Frost ungenau |
Genauigkeit: ± 1–2 % bei korrekter Anwendung im Bereich 6–40 % Holzfeuchte.
2. Kapazitive Messung (dielektrisch / Pin-frei)
Ein Sensorfeld auf der Geräteunterseite erzeugt ein elektrisches Wechselfeld, das ins Holz eindringt. Die Dielektrizitätskonstante ändert sich mit dem Wassergehalt und wird gemessen — ganz ohne Einstiche.
| Vorteile | Nachteile |
|---|---|
| Zerstörungsfrei — keine Löcher | Teurer (ab ) |
| Große Messfläche | Misst nur in geringer Tiefe (ca. 20–40 mm) |
| Schnelle Übersichtsmessungen möglich | Oberflächenfeuchte verfälscht das Ergebnis |
| Ideal für fertige Oberflächen | Metallische Gegenstände unter der Oberfläche stören |
Genauigkeit: ± 2–3 % — etwas weniger präzise als Pin-Geräte, dafür zerstörungsfrei.
3. Darrmethode (gravimetrisch)
Das genaueste Verfahren und die Referenzmethode nach DIN EN 13183-1: Eine Holzprobe wird gewogen, dann bei 103 °C im Trockenschrank bis zur Gewichtskonstanz getrocknet und erneut gewogen. Die Differenz ist das Wasser.
| Vorteile | Nachteile |
|---|---|
| Höchste Genauigkeit (± 0,1 %) | Benötigt Trockenschrank (Darre) und Waage |
| Unabhängig von Holzart und Temperatur | Dauert 24–48 Stunden |
| Referenzmethode für Kalibrierung | Zerstört die Probe |
Für die Werkstatt: Die Darrmethode ist unpraktisch, aber sie ist die einzige Möglichkeit, ein elektronisches Messgerät wirklich zu überprüfen. Wer es genau wissen will, nimmt ein Reststück vom gleichen Brett, wiegt es auf einer Küchenwaage (0,1 g Auflösung) und trocknet es im Backofen bei 103 °C für mehrere Stunden.
Die besten Holzfeuchte-Messgeräte
Die folgenden Geräte haben sich in der Praxis bewährt — vom günstigen Einsteigergerät bis zum professionellen Allrounder.
1. Brennenstuhl Feuchtigkeits-Detector MD
Der Klassiker unter den Einsteiger-Feuchtemessgeräten und seit Jahren einer der meistverkauften auf Amazon. Das Gerät arbeitet nach dem Widerstandsprinzip mit zwei Messstiften und zeigt die Holzfeuchte auf einem großen LCD-Display an.
- Messbereich Holz: 5–50 %
- Messbereich Baustoffe: 1,5–33 %
- Auflösung: 0,1 %
- Holzartengruppen: Nein (Standardkalibrierung)
- Besonderheit: Farbige LED-Anzeige (grün/gelb/rot) für schnelle Bewertung
Für wen? Perfekt für Heimwerker, die gelegentlich Brennholz prüfen oder vor einem Projekt die Holzfeuchte checken wollen. Kein Profi-Gerät, aber für den Preis (ca. 20–) absolut solide.
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2. TROTEC Feuchteindikator BM31
TROTEC ist ein deutscher Messtechnik-Hersteller aus Heinsberg, der auch im Profi-Bereich einen guten Namen hat. Der BM31 arbeitet nach dem dielektrischen Messprinzip (kapazitiv) und misst zerstörungsfrei — ideal für fertige Oberflächen oder wenn Einstichstellen unerwünscht sind.
- Messbereich: 0–100 Digits (relative Messung)
- Messtiefe: ca. 20–40 mm
- Display: LCD mit Hold-Funktion
- Abschaltautomatik: Ja
- Besonderheit: Zerstörungsfrei, auch für Estrich und Mauerwerk geeignet
Für wen? Wer empfindliche Oberflächen nicht beschädigen will oder schnelle Übersichtsmessungen an Wänden und Böden braucht. Wichtig: Der BM31 zeigt Digits, keine direkten Prozentwerte — du brauchst Erfahrung bei der Interpretation.
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3. Stihl Holzfeuchtemessgerät
Ein kompaktes Pin-Gerät vom Motorsägen-Spezialisten, das speziell für die Brennholz-Kontrolle entwickelt wurde. Stihl liefert hier ein robustes, einfach bedienbares Gerät mit klarer Anzeige — ohne Schnickschnack.
- Messbereich: 6–42 % Holzfeuchte
- Holzartengruppen: Ja (verschiedene Kalibrierungen)
- Display: Großes LCD
- Stromversorgung: 9V-Block
- Besonderheit: Robustes Gehäuse, ideal für den Einsatz am Holzlager
Für wen? Wer einen Kaminofen oder Holzvergaser betreibt und regelmäßig Brennholz kontrolliert. Die Holzartenauswahl macht die Messung genauer als bei günstigen Geräten ohne diese Funktion.
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4. OCS.tec Holzfeuchtemessgerät
Ein preiswertes Allround-Gerät, das neben Holz auch Baustoffe messen kann. Es arbeitet nach dem Widerstandsprinzip und bietet trotz des niedrigen Preises eine solide Grundausstattung mit Hintergrundbeleuchtung und Hold-Funktion.
- Messbereich Holz: 5–40 %
- Messbereich Baustoffe: 0,2–2,0 %
- Display: LCD mit Hintergrundbeleuchtung
- Hold-Funktion: Ja
- Besonderheit: Sehr günstig, für Einsteiger und gelegentliche Messungen
Für wen? Budget-Option für alle, die „mal eben” die Feuchte prüfen wollen. Für präzise Werkstatt-Arbeit würde ich eher zum Brennenstuhl oder Stihl greifen.
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Gleichgewichtsfeuchte erklärt (EMC)
Die Gleichgewichtsfeuchte (englisch: Equilibrium Moisture Content, EMC) ist der Feuchtegehalt, den Holz langfristig annimmt, wenn es lange genug in einer Umgebung mit konstanter Temperatur und Luftfeuchtigkeit liegt. Das Holz gibt dann genauso viel Wasser ab, wie es aufnimmt — ein dynamisches Gleichgewicht.
In der Praxis bedeutet das: Ein Möbelstück in einem beheizten Wohnzimmer (ca. 20 °C, 40–50 % relative Luftfeuchte) wird sich auf etwa 8–9 % Holzfeuchte einpendeln. Im unbeheizten Keller (15 °C, 65–70 % rLF) eher auf 12–14 %.
Tabelle: Gleichgewichtsfeuchte bei verschiedenen Klimabedingungen
| Relative Luftfeuchte | Gleichgewichtsfeuchte bei 20 °C | Typische Situation |
|---|---|---|
| 30 % | ca. 6 % | Stark beheizter Raum im Winter |
| 40 % | ca. 8 % | Normal beheizter Wohnraum (Winter) |
| 50 % | ca. 9 % | Wohnraum (Übergangsjahreszeit) |
| 60 % | ca. 11 % | Unbeheizter Raum / Sommer |
| 70 % | ca. 13 % | Keller / feuchte Räume |
| 80 % | ca. 16 % | Überdachter Außenbereich |
| 90 % | ca. 20 % | Ungeschützter Außenbereich |
Warum ist das wichtig? Wenn du ein Möbelstück aus Holz mit 15 % Feuchte in einen beheizten Raum stellst (Gleichgewichtsfeuchte 8 %), wird das Holz im Laufe der Zeit 7 % Feuchtigkeit verlieren. Bei Buche mit ihrem hohen Schwindmaß kann das zu erheblichen Spannungen, Rissen und sich öffnenden Fugen führen.
Deshalb gilt: Verarbeite Holz immer möglichst nah an der Gleichgewichtsfeuchte des späteren Einsatzortes.
Praktische Tipps: Holz richtig trocknen
Freilufttrocknung
- Stapeln mit Leisten: Lege zwischen jede Lage Bretter trockene Stapelleisten (ca. 20–25 mm stark). Sie müssen senkrecht übereinander liegen, sonst verbiegen sich die Bretter.
- Unterlage: Mindestens 30–50 cm vom Boden abheben, damit keine Erdfeuchte aufsteigt.
- Überdachung: Vor Regen schützen, aber seitlich offen lassen für Luftzirkulation.
- Stirnseiten versiegeln: Mit Wachs, PVAc-Leim oder speziellem Stirnholzversiegeler behandeln. Über die Stirnflächen trocknet Holz 10–15× schneller als über die Seitenflächen — das führt zu Stirnrissen.
- Faustregel: Pro Zentimeter Brettstärke ein Jahr Trocknungszeit. Ein 5 cm starkes Bohle braucht also rund 5 Jahre bei Freilufttrocknung.
Technische Trocknung
- Kammertrocknung: In einer Trockenkammer wird Holz bei kontrollierter Temperatur (40–80 °C) und Luftfeuchtigkeit getrocknet. Dauer: Tage bis Wochen statt Jahre.
- Vorteil: Schnell, gleichmäßig, definierte Endfeuchte möglich.
- Nachteil: Kann bei zu aggressivem Trocknungsprogramm zu Trocknungsrissen, Verfärbungen und inneren Spannungen führen.
- Nachtrocknung in der Werkstatt: Kammergetrocknetes Holz (KD = kiln dried) liegt typisch bei 8–12 %. Lagere es vor der Verarbeitung mindestens eine Woche in der Werkstatt, damit es sich ans Raumklima anpasst.
Holz in der Werkstatt lagern
- Nicht direkt an kalte Außenwände lehnen — Kondensation!
- Heizung im Winter nicht komplett abstellen — schnelle Feuchteänderungen sind Gift für Holz.
- Ein Hygrometer in der Werkstatt hilft, das Raumklima im Blick zu behalten (Ziel: 40–55 % rLF).
Häufige Fehler bei der Holzfeuchtemessung
- Nur an der Oberfläche messen: Die Oberfläche kann deutlich trockener oder feuchter sein als das Innere. Miss in der Brettkernmitte — bei Pin-Geräten die Stifte mindestens 5 mm tief eindrücken, besser noch mit längeren Einschlagelektroden in der Brettmitte messen.
- Falsche Holzart eingestellt: Viele Geräte sind auf Fichte/Kiefer kalibriert. Eiche, Buche und tropische Hölzer haben andere elektrische Eigenschaften. Ohne Korrektur weicht der Messwert um 2–5 % ab.
- Messung an Stirnholz: Die Stirnfläche trocknet schneller und zeigt zu niedrige Werte an. Miss immer auf der Längsseite, mindestens 30 cm vom Brettende entfernt.
- Messung bei Kälte: Unter 5 °C sind Widerstandsmessungen unzuverlässig. Das Holz sollte Raumtemperatur haben.
- Nasses oder kondensat-feuchtes Holz messen: Oberflächennässe (z.B. nach Regen oder Tauwasser) verfälscht das Ergebnis massiv. Wische die Oberfläche trocken und warte 10 Minuten.
- Nur eine Stelle messen: Die Holzfeuchte variiert innerhalb eines Brettes. Miss mindestens an 3–5 Stellen und bilde den Durchschnitt.
- Messung an behandeltem Holz: Lacke, Öle und Lasuren beeinflussen die Messung — besonders bei kapazitiven Geräten. Miss möglichst an unbehandelten Stellen.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Welche Holzfeuchte ist normal?
„Normal” hängt vom Einsatzort ab. In beheizten Wohnräumen liegt die Gleichgewichtsfeuchte bei 7–11 %, im Freien bei 12–18 %. Frisch geschlagenes Holz hat 40–100 %+ — das ist natürlich, aber für die Verarbeitung viel zu hoch.
Wie genau sind günstige Holzfeuchtemessgeräte?
Geräte in der 15–-Klasse messen typisch mit ± 2 % Genauigkeit — das reicht für die meisten Werkstatt-Anwendungen. Wer es genauer braucht (z.B. Parkettleger), sollte in ein Gerät mit Holzartenauswahl und Temperaturkompensation investieren (ab ca. 80–).
Kann Holzfeuchte über 100 % liegen?
Ja! Die Holzfeuchte bezieht sich auf die Trockenmasse. Ein frisch gefälltes Weichholz kann mehr Wasser enthalten als sein Trockengewicht — dann liegt die Feuchte über 100 %. Fichten-Splintholz erreicht bis zu 170 %.
Ab wann darf ich Brennholz verfeuern?
Laut der 1. Bundes-Immissionsschutzverordnung (1. BImSchV) darf Scheitholz maximal 25 % Holzfeuchte haben (entspricht 20 % Wassergehalt). In der Praxis solltest du unter 20 % Holzfeuchte anpeilen — dann verbrennt das Holz sauber und effizient.
Was ist der Unterschied zwischen Holzfeuchte und Wassergehalt?
Die Holzfeuchte (u) bezieht sich auf die Trockenmasse: u = (m_feucht − m_trocken) / m_trocken × 100. Der Wassergehalt (w) bezieht sich auf die Gesamtmasse: w = (m_feucht − m_trocken) / m_feucht × 100. Bei 20 % Holzfeuchte beträgt der Wassergehalt ca. 16,7 %. Die Werte sind also nicht identisch — achte darauf, welche Angabe dein Messgerät macht.
Widerstandsmessung oder kapazitiv — was ist besser?
Beides hat seinen Platz. Für präzise Einzelmessungen in der Werkstatt ist die Pin-Methode (Widerstand) genauer und günstiger. Für schnelle Übersichtsmessungen an fertigen Oberflächen oder Wänden eignet sich die kapazitive Methode besser. Viele Profis haben beide Gerätetypen in der Werkzeugkiste.
Wie lange muss Holz trocknen?
Faustregel bei Freilufttrocknung: 1 Jahr pro cm Brettstärke. Ein 3 cm dickes Brett braucht also etwa 3 Jahre, bis es auf 15–18 % Freiluftfeuchte gesunken ist. Kammertrocknung verkürzt das auf wenige Wochen, erfordert aber professionelle Ausrüstung.
Mein Messgerät zeigt 0 % an — ist das Holz wirklich knochentrocken?
Nein. 0 % Holzfeuchte (darrtrockener Zustand) gibt es nur im Trockenschrank bei 103 °C. In normaler Umgebung hat Holz immer mindestens 4–7 % Feuchte. Eine Anzeige von 0 % deutet auf einen Messfehler hin — prüfe den Batteriezustand und den Kontakt der Messstifte.
Fazit
Die Holzfeuchte zu kennen und zu kontrollieren ist keine optionale Fleißarbeit — sie ist die Grundlage für jedes erfolgreiche Holzprojekt. Ob du einen Schrank baust, Parkett verlegst oder Brennholz prüfst: Ohne die richtige Holzfeuchtigkeit wirst du früher oder später Probleme bekommen.
Die gute Nachricht: Ein brauchbares Messgerät kostet unter , die Messung dauert Sekunden, und mit den Richtwerten aus diesem Artikel weißt du sofort, ob dein Holz bereit ist. Nutze unseren Holzfeuchte-Rechner oben, um die optimale Zielfeuchte für dein Projekt zu ermitteln — und investiere lieber etwas mehr Zeit in die richtige Holztrocknung als später in die Reparatur.
Kurz gesagt: Messen, verstehen, handeln. Dein Holz wird es dir danken.
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