Schleifpapier für Holz: Der komplette Guide für Heimwerker
Holz ist ein lebendiges Material mit eigener Struktur und Charakteristik. Wer mit Holz arbeitet, weiß: Das Schleifen kann über Erfolg oder Misserfolg eines Projekts entscheiden. Doch welches Schleifpapier für Holz ist das richtige? Welche Körnung brauchst du für Weichholz, welche für Hartholz? Und wie vermeidest die typischen Fehler?

In diesem Guide beantworten wir alle deine Fragen rund ums Holzschleifen. Von der richtigen Körnungswahl über die optimale Schleifabfolge bis hin zu den besten Produktempfehlungen für dein nächstes Projekt.
Warum die richtige Schleifpapier-Körnung beim Holz so wichtig ist

Holz besteht aus Fasern, die in einer bestimmten Richtung verlaufen. Schleifst du gegen die Faser, hebst du diese Fasern an – das Ergebnis ist eine rauhe Oberfläche, die selbst nach dem Lackieren oder Ölen sichtbar bleibt.
Die richtige Schleifpapier Körnung spielt hier eine entscheidende Rolle:
- Zu grobe Körnung: Risse, tiefe Kratzer und aufgeraute Fasern
- Zu feine Körnung: Zu wenig Materialabtrag, lange Arbeitszeiten
- Richtige Körnung: Glatte Oberfläche, perfekte Basis für das Finish
Der Unterschied zwischen einem profi-mäßigen Ergebnis und einem Amateur-Look liegt oft nur in der Wahl der richtigen Schleifmittel.
Schleifpapier für Holz: Die Körnungstabelle
| Holztyp | Grobschliff | Zwischenschliff | Feinschliff | Hochglanz |
|---|---|---|---|---|
| Weichholz | 80 | 120 | 180 | 240 |
| Hartholz | 60 | 100, 150 | 220 | 320+ |
| Sperrholz | 100 | 150 | 180 | 220 |
| Furnier | 120 | 180 | 240 | 320 |
| OSB/Spanplatte | 80 | 120 | 150 | – |
Weichholz: Fichte, Kiefer, Tanne
Weichholz ist empfindlich. Die langen, weichen Fasern neigen dazu, sich aufzurollen und zu verfärben, wenn du zu aggressiv vorgehst.
Empfohlene Schleifabfolge für Weichholz:
- Körnung 80 – Nur wenn viel Material abgetragen werden muss
- Körnung 120 – Standard-Start für die meisten Projekte
- Körnung 180 – Vor dem ersten Öl- oder Lasur-Anstrich
- Körnung 240 – Zwischenschliff zwischen Ölschichten
Besonderheiten beim Weichholz:
- Verwende Klett-Schleifpapier für gleichmäßigen Druck
- Schleife immer in Faserrichtung
- Nicht zu fest aufdrücken – Weichholz “grinst” schnell
Hartholz: Eiche, Buche, Nuss, Ahorn
Harthölzer sind dichter und härter als Weichhölzer. Sie vertragen aggressiveres Schleifen, benötigen aber mehr Aufwand für ein glattes Finish.
Empfohlene Schleifabfolge für Hartholz:
- Körnung 60 – Bei starken Unebenheiten oder altem Anstrich
- Körnung 100 – Grobe Vorbereitung
- Körnung 150 – Erster Zwischenschliff
- Körnung 220 – Feinschliff vor dem Finish
- Körnung 320-400 – Für Hochglanz-Öl oder -Wachs
Besonderheiten beim Hartholz:
- Kann mit niedrigeren Körnungen begonnen werden
- Benötigt mehr Schleifgänge für perfekte Ergebnisse
- Bei Eiche besonders auf Hitzeverfärbungen achten
Die optimale Schleifabfolge für Holzprojekte
Beispiel 1: Esstisch aus Eiche aufarbeiten
Du hast einen alten Eichentisch auf dem Flohmarkt gefunden und möchtest ihn auf Hochglanz bringen:
- Körnung 60 – Alten Lack abschleifen (Bandschleifer oder Exzenterschleifer)
- Körnung 100 – Grobe Kratzer entfernen
- Körnung 150 – Erster Zwischenschliff
- Körnung 220 – Vor dem ersten Öl-Anstrich
- Erste Ölschicht auftragen und 24h trocknen lassen
- Körnung 320 – Zwischenschliff zwischen Ölschichten
- Zweite Ölschicht auftragen
- Körnung 400 – Finaler Schliff vor dem Wachs
- Wachs auftragen und polieren
Ergebnis: Ein spiegelglänzender Eichentisch wie neu.
Beispiel 2: Kiefer-Schrank lasieren
Ein einfacher Kiefernschrank soll mit Lasur neu gestaltet werden:
- Körnung 120 – Vorhandene Oberfläche anrauen
- Körnung 180 – Feinschliff vor der Lasur
- Erste Lasurschicht auftragen
- Körnung 220 – Zwischenschliff
- Zweite Lasurschicht auftragen
Hinweis: Bei Kiefer besonders auf die Harzkanäle achten – diese können beim Schleifen “schmieren”.
Beispiel 3: Buchen-Schneidebrett ölen
Ein selbstgebautes Schneidebrett aus Buche benötigt eine lebensmittelechte Oberfläche:
- Körnung 120 – Sägerauheiten entfernen
- Körnung 180 – Feinschliff
- Körnung 220 – Finaler Schliff vor dem Öl
- Lebensmittelechtes Öl (z.B. Leinöl oder Walnussöl) auftragen
Wichtig: Schneidebretter nie zu fein schleifen (nicht über 240) – eine leichte Rauheit verhindert, dass das Messer abrutscht.
Schleifpapier-Typen für Holz im Vergleich
Normales Schleifpapier (Gewebeträger)
Das klassische Schleifpapier mit Papier- oder Gewebeträger ist preiswert und für Handschleifen geeignet.
Vorteile:
- Günstig
- Für alle Körnungen verfügbar
- Gut für Handschleifen
Nachteile:
- Reißt schnell bei maschinellem Schleifen
- Weniger haltbar als Klett-Papier
Klett-Schleifpapier (Klettverschluss)
Klett-Papier ist der Standard für Elektro-Schleifer. Es wird auf eine Schleifteller mit Haken-Klett aufgebracht.
Vorteile:
- Schneller Wechsel
- Hält bei Maschinenschleifern gut
- Wiederverwendbar
Nachteile:
- Höherer Preis
- Benötigt passenden Schleifteller
Unsere Empfehlung für Holz: Klett-Papier mit 8-Loch-Absaugung für Exzenterschleifer oder passende Lochung für Schwingschleifer.
Schleifgitter (Abranet)
Schleifgitter aus Nylon-Mesh sind die Premium-Variante. Die Gitterstruktur ermöglicht eine hervorragende Staubabsaugung.
Vorteile:
- Keine Verstopfung durch Holzstaub
- Sehr lange Lebensdauer
- Perfekte Oberflächenqualität
Nachteile:
- Deutlich teurer
- Nicht überall erhältlich
Für wen: Wer professionelle Ergebnisse erzielen möchte und viel schleift.
Die besten Schleifpapiere für Holz: Produktempfehlungen
Für den Exzenterschleifer (125mm)
STEBRUAM 140-teiliges Schleifpapier Set 125mm
- Körnungen: 40/60/80/120/180/240/400
- 8-Loch für optimale Staubabsaugung
- Preis: ~17,99 €
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SPTA 100-teiliges Premium-Set 125mm
- Körnungen: 40-2000 (je 10 Stück)
- Für alle Holzprojekte geeignet
- Preis: ~17,78 €
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Für den Schwingschleifer (93x185mm)
WORKPRO 100-teiliges Schleifblätter Set
- Körnungen: 40/60/80/120
- 8-Loch-Standard-Format
- Preis: ~21,99 €
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STEBRUAM 48-teiliges Set 93x185mm
- Körnungen: 40-400
- Gute Qualität für den Preis
- Preis: ~12,99 €
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Für Handschleifen
Schleifklotz mit 42-teiligem Schleifstreifen-Set
- Verschiedene Körnungen inklusive
- Ergonomischer Kork-Klotz
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Typische Fehler beim Holzschleifen – und wie du sie vermeidest
Fehler 1: Gegen die Faser schleifen
Das Problem: Kratzer werden sichtbar, die Oberfläche wirkt „kratzer“.
Die Lösung: Schleife immer in Richtung der Holzfaser. Bei quer verlaufenden Fasern (z.B. an Kanten) besonders vorsichtig arbeiten.
Fehler 2: Zu viel Druck ausüben
Das Problem: Hitzeverfärbungen, unebene Stellen, durchgeschleifte Kanten.
Die Lösung: Lass die Maschine arbeiten. Beim Handschleifen gleichmäßigen, mittleren Druck ausüben.
Fehler 3: Altes Papier weiterverwenden
Das Problem: Abgenutztes Papier schleift nicht mehr, sondern „brennt“ nur noch die Oberfläche.
Die Lösung: Wechsel das Papier, sobald der Abtrags deutlich nachlässt. Bei Hartholz alle 2-3 Quadratmeter, bei Weichholz alle 3-5 Quadratmeter.
Fehler 4: Körnungen überspringen
Das Problem: Tiefe Kratzer der Grobkörnung bleiben sichtbar.
Die Lösung: Arbeite dich in maximal 50 %-Schritten hoch (80 → 120 → 180).
Spezialfälle: Problemholzer und besondere Anforderungen
Harzige Hölzer (Kiefer, Lärche, Fichte)
Harzige Hölzer neigen dazu, das Schleifpapier zu verkleben. Lösungen:
- Spezielle Harz-Entferner-Sprays verwenden
- Schleifgitter statt Papier nutzen
- Häufiger das Papier wechseln
Furnierte Oberflächen
Furniere sind dünn und empfindlich:
- Nie unter Körnung 120 beginnen
- Wenig Druck ausüben
- Nie mit Bandschleifer arbeiten
Altes Holz mit Nagellöchern
Bei alten Möbeln mit Nagellöchern oder Rissen:
- Vor dem Schleifen spachteln
- Erst nach dem Trocknen des Spachtels schleifen
- Körnung nicht zu grob wählen (sonst werden Spachtelstellen sichtbar)
Pflege und Lagerung von Schleifpapier
Richtig gelagertes Schleifpapier hält Jahre:
- Trocken lagern: Feuchtigkeit macht das Papier wellig
- Flach aufbewahren: Rollen führt zu Spannungen
- Vor Staub schützen: Verstaubtes Papier schleift schlechter
- Nicht in direkter Sonne: UV-Strahlung lässt das Papier spröde werden
Fazit: Das richtige Schleifpapier für jedes Holzprojekt
Die Wahl des richtigen Schleifpapiers für Holz ist entscheidend für das Endergebnis deines Projekts. Merke dir folgende Grundsätze:
- Weichholz: Beginne bei 120, arbeite dich bis 240 vor
- Hartholz: Kann bei 60-80 beginnen, benötigt aber mehr Schleifgänge
- Nie mehr als 50% Körnungssprung
- Immer in Faserrichtung schleifen
- Qualität vor Quantität – lieber weniger, dafür hochwertigeres Papier
Mit diesen Grundlagen bist du bestens gerüstet für dein nächstes Holzprojekt. Nutze unseren Schleifpapier Körnung Rechner für projektspezifische Empfehlungen und entdecke unsere spezialisierten Guides zu Schleifpapier für Exzenterschleifer und Schleifpapier für Schwingschleifer.
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