Schleifpapier Körnung: Der ultimative Guide für perfekte Schleifergebnisse
Die richtige Schleifpapier Körnung ist der Schlüssel zum professionellen Schleifergebnis. Ob du ein altes Möbelstück aufarbeitest, einen Rostfleck entfernst oder einen Holztisch auf Hochglanz bringen möchtest – ohne die passende Körnung wirst du nicht zufriedenstellende Ergebnisse erzielen.

In diesem umfassenden Guide erklären wir dir alles, was du über Schleifpapier Körnungen wissen musst. Von der Bedeutung der Zahlen über die optimale Schleifabfolge bis hin zu materialspezifischen Empfehlungen. Mit unserem interaktiven Schleifpapier Körnung Rechner findest du außerdem in Sekundenschnelle die perfekte Körnung für dein Projekt.
Was bedeutet Schleifpapier Körnung?

Die Körnung (auch “Korngröße” genannt) gibt an, wie grob oder fein ein Schleifpapier ist. Die Angabe erfolgt in Form von Zahlen, wobei eine kleinere Zahl für ein gröberes Papier steht und eine höhere Zahl für ein feineres Papier.
| Körnung | Bezeichnung | Verwendung |
|---|---|---|
| 24 – 60 | Sehr grob | Starken Materialabtrag, Formgebung |
| 80 – 120 | Grob | Entgraten, Vorschleifen |
| 150 – 180 | Mittel | Zwischenschliff |
| 220 – 320 | Fein | Feinschliff vor dem Finish |
| 400 – 600 | Sehr fein | Feinstschliff, Poliervorbereitung |
| 800+ | Ultrafein | Hochglanz, Polieren |
Die Körnungszahl beschreibt dabei die Anzahl der Schleifkörner pro Quadratzoll (im angelsächsischen Raum) oder pro Quadratzentimeter (europäische Norm). Ein Schleifpapier mit der Körnung 80 hat demnach gröbere Körner als eines mit der Körnung 400.
Die wichtigsten Körnungsbereiche im Überblick
Grobe Körnungen (24 – 80): Diese Papiere entfernen schnell viel Material und sind ideal für Grobarbeiten wie das Entfernen von alten Farbschichten, das Glätten von rauen Schnittkanten oder das Formen von Holzkanten.
Mittlere Körnungen (100 – 180): Der Standardbereich für die meisten Schleifarbeiten. Hier werden Kratzer aus der Grobschleifung entfernt und die Oberfläche auf das Finish vorbereitet.
Feine Körnungen (220 – 400): Für den letzten Schliff vor dem Ölen, Wachsen oder Lackieren. Diese Papiere glätten die Oberfläche so weit, dass das Finish gleichmäßig auftragen werden kann.
Sehr feine Körnungen (600+): Spezialanwendungen für Hochglanz-Oberflächen, das Polieren von Lacken oder die Feinbearbeitung empfindlicher Materialien.
Die richtige Schleifabfolge: Warum die Reihenfolge wichtig ist
Einer der häufigsten Fehler beim Schleifen ist das Überspringen von Körnungsstufen. Viele Heimwerker schleifen mit Körnung 80 und wundern sich dann, warum die Oberfläche nach dem Ölen rau aussieht – sie haben einfach die Zwischenstufen übersprungen.
Die goldene Regel der Schleifabfolge
Nie mehr als eine Körnungsstufe überspringen!
Die optimale Schrittweite beträgt etwa 50-60 % der vorherigen Körnung:
- 80 → 120 → 180 → 240 → 320
- 60 → 100 → 150 → 220 → 320
Warum ist das so wichtig? Jedes Schleifpapier hinterlässt Kratzer in der Oberfläche. Ein feineres Papier kann die Kratzer des vorherigen Papiers nur dann entfernen, wenn sie nicht zu tief sind. Überspringst du eine Stufe, bleiben die tiefen Kratzer erhalten und werden erst durch das Finish sichtbar.
Praxisbeispiel: Ein Holztisch im Hochglanz-Finish
Stell dir vor, du möchtest einen alten Esstisch aus Eiche aufarbeiten und ihm einen hochglänzenden Öl-Finish verpassen. Die richtige Schleifabfolge wäre:
- Körnung 80 – Alten Lack abschleifen und Unebenheiten entfernen
- Körnung 120 – Kratzer aus der Grobschleifung entfernen
- Körnung 180 – Feine Vorbereitung für den Ölanstrich
- Körnung 240 – Erster Feinschliff zwischen den Ölschichten
- Körnung 320 – Letzter Schliff vor dem finalen Öl-Glanz
Diese Abfolge garantiert eine makellose Oberfläche ohne sichtbare Kratzer.
Schleifpapier Körnung nach Material
Jedes Material hat seine eigenen Anforderungen an die Schleifkörnung. Was bei Hartholz funktioniert, kann bei Weichholz oder Metall völlig falsche Ergebnisse liefern.
Holz: Der Klassiker
Weichholz (Fichte, Kiefer, Tanne):
Weichholzfasern sind empfindlich und neigen zum Verfärben bei zu grobem Schleifpapier. Verwende hier nie Körnungen unter 80, außer du musst wirklich viel Material abtragen. Die optimale Abfolge für Weichholz ist: 80 → 120 → 180 → 240.
Hartholz (Eiche, Buche, Nuss, Ahorn):
Harthölzer vertragen aggressiveres Schleifen, benötigen aber mehr Aufwand für ein perfektes Finish. Für grobe Arbeiten kannst du mit Körnung 60 beginnen, für Finish-Arbeiten solltest du bis 400 oder höher gehen.
Sperrholz und Furniere:
Besonders vorsichtig musst du bei Furnieren sein – hier reicht oft schon zu viel Druck, um das dünne Furnier zu durchschleifen. Arbeite mit feineren Körnungen (120+) und wenig Druck.
Mehr zu Schleifpapier für Holz →
Metall: Rost und Grate beseitigen
Bei Metall ist die richtige Körnung entscheidend für die Bearbeitungsgeschwindigkeit und die spätere Oberflächenqualität.
Rost entfernen: Beginne mit Körnung 40 oder 60 für starken Rost, schalte dann auf 80 und 120 um.
Schweißnähte glätten: Starte mit 60 oder 80, arbeite dich bis 180 vor.
Zum Polieren vorbereiten: Für einen späteren Hochglanz-Polieren musst du bis mindestens Körnung 600 schleifen, besser 1000+.
Wichtig: Metall wird beim Schleifen sehr heiß. Arbeite in kurzen Intervallen und kühle das Werkstück zwischendurch, um Verfärbungen zu vermeiden.
Lack und Farbe: Altbeläge entfernen
Bei Lackarbeiten unterscheidet man zwischen dem kompletten Entfernen alter Lackschichten und dem Ausbessern oder Überlackieren.
Lack komplett entfernen: Körnung 40-80, je nach Lackschichtdicke
Kratzer ausbessern: Körnung 240-600, je nach Tiefen der Kratzer
Zwischenschliff vor Überlackierung: Körnung 320-400 für perfekte Haftung
Hochglanz-Finish: Körnung 800-2000, teilweise nass schleifen
Tipp: Bei Autolacken solltest du für den letzten Schliff immer Wasser verwenden (Nass-Schleifen). Das verhindert Hitzeverfärbungen und führt zu einem spiegelglatten Ergebnis.
Gipskarton und Spachtel
Gipskarton ist ein weiches Material, das schnell über- oder unterschliffen wird. Hier gilt: Lieber eine Körnung feiner wählen und dafür nicht zu fest aufdrücken.
Spachtel abtragen: Körnung 80-120
Fugen verschliffen: Körnung 120-180
Vor Tapezieren: Körnung 180-220 reicht völlig
Schleifpapier Körnung nach Werkzeug
Nicht jedes Schleifpapier passt zu jedem Werkzeug. Die Wahl des richtigen Schleifmittels hängt auch davon ab, ob du mit der Hand, einem Schwingschleifer oder einem Exzenterschleifer arbeitest.
Handschleifen: Präzision hat Vorrang
Beim Handschleifen hast du die beste Kontrolle über Druck und Bewegung. Du kannst gezielt bestimmte Bereiche bearbeiten und die Schleifrichtung exakt an die Holzfaser anpassen.
Geeignete Körnungen: Alle Körnungen von 40 bis 3000+
Beste Ergebnisse: Feinschliff mit 220-400
Werkzeug: Schleifklotz für ebene Flächen, Schleifschwamm für Konturen
Profi-Tipp: Ein Schleifklotz aus Kork oder Schaumstoff gleicht den Druck aus und verhindert unebene Stellen.
Schwingschleifer: Der Alleskönner
Der Schwingschleifer (auch Vibrationsschleifer genannt) ist das Standard-Werkzeug für Heimwerker. Er arbeitet mit einer vibrierenden Bewegung und ist besonders für ebene Flächen geeignet.
Standard-Format: 93 x 185 mm mit 8 Lochungen
Geeignete Körnungen: 40-400 (je nach Material)
Vorteil: Gute Materialabtragsleistung bei noch brauchbarem Finish
Für den Schwingschleifer findest du in unserem Guide Schleifpapier für Schwingschleifer spezifische Produktempfehlungen und Tipps.
Exzenterschleifer: Der Profi-Allrounder
Der Exzenterschleifer kombiniert Rotations- und Exzenterbewegung und erzeugt so besonders feine Oberflächen ohne sichtbare Schleifspuren.
Standard-Formate: 125 mm (5″) oder 150 mm (6″)
Geeignete Körnungen: 40-3000
Vorteil: Keine sichtbaren Schleifspuren, auch bei Grobkörnungen
Besonders für Finish-Arbeiten ist der Exzenterschleifer unschlagbar. Erfahre mehr in unserem Artikel Schleifpapier für Exzenterschleifer.
Bandschleifer: Der Materialfresser
Der Bandschleifer ist das Werkzeug für Grobarbeiten. Er entfernt Material extrem schnell und ist ideal für große Flächen.
Geeignete Körnungen: 40-120 (mehr ist bei Bandschleifern selten sinnvoll)
Vorteil: Enorme Abtragsleistung
Nachteil: Neigt zu Wellenbildung bei ungleichmäßigem Druck
Häufige Fehler bei der Körnungswahl
Fehler 1: Zu grob anfangen
Viele Heimwerker greifen instinktiv zu groben Körnungen, weil sie schnelle Ergebnisse sehen wollen. Das Problem: Grobe Kratzer lassen sich nur mit viel Aufwand wieder entfernen. Beginne lieber eine Stufe feiner als nötig.
Fehler 2: Körnungen überspringen
Wie bereits erwähnt: Das Überspringen von Körnungsstufen führt zu sichtbaren Kratzern im Finish. Nimm dir die Zeit für jede Zwischenstufe – das Ergebnis lohnt sich.
Fehler 3: Zu lange mit einer Körnung arbeiten
Schleifpapier verschleißt. Wenn du merkst, dass das Papier nicht mehr richtig “greift”, ist es Zeit für ein neues Blatt. Mit abgenutztem Papier schleifst du nur noch heiß, ohne Material abzutragen.
Fehler 4: Falsche Körnung für das Finish
Nicht jedes Finish verträgt jede Körnung. Einige Öle benötigen eine aufgeraute Oberfläche (Körnung 120-150), um richtig zu haften. Ein Hochglanzlack benötigt dagegen Körnung 400+. Lies immer die Herstellerangaben.
Schleifpapier Körnung Tabelle: Alles auf einen Blick
| Projekt | Start | Zwischenschritte | Finish |
|---|---|---|---|
| Rohholz abstreichen | 60 | 80, 120 | 180 |
| Alten Lack entfernen | 40-60 | 80, 120 | – |
| Holz vor Ölen | 120 | 180 | 240 |
| Holz vor Lackieren | 150 | 220 | 320 |
| Hochglanz-Holz | 180 | 240, 320 | 400, 600 |
| Rost entfernen | 40-60 | 80, 120 | 180 |
| Metall polieren | 180 | 320, 600 | 1000+ |
| Lack Kratzer | 240 | 400, 600 | 1000+ |
| Gipskarton | 80-120 | 180 | 220 |
Schleifpapier-Materialien: Korund, Siliziumkarbid und mehr
Nicht nur die Körnung ist wichtig – auch das Material der Schleifkörner bestimmt die Leistung und das Endergebnis.
Aluminiumoxid (Korund)
Das Standard-Material für Holz und Metall. Hält lange und ist preiswert.
- Für: Holz, Metall, Kunststoff
- Vorteile: Langlebig, günstig
- Nachteile: Nicht für sehr harte Materialien
Siliziumkarbid
Härter als Aluminiumoxid, ideal für Glas, Stein und sehr harte Materialien.
- Für: Glas, Stein, Lack, Spachtel
- Vorteile: Sehr scharf, hart
- Nachteile: Bröckelt schneller, teurer
Zirkoniumoxid
Die Premium-Variante für anspruchsvolle Arbeiten. Extrem langlebig und selbstschärfend.
- Für: Hartholz, Metall, Grobschliff
- Vorteile: Sehr lange Standzeit, selbstschärfend
- Nachteile: Teuer
Keramik
Die neueste Entwicklung für maximale Leistung bei Bandschleifern und professionellen Anwendungen.
- Für: Profi-Einsatz, Bandschleifer
- Vorteile: Höchste Abtragsleistung, kühlend
- Nachteile: Premium-Preis
Nass- vs. Trockenschleifen
Trockenschleifen
Die Standard-Methode für die meisten Anwendungen. Einfach, schnell und ohne zusätzliche Utensilien.
Geeignet für: Holz, Metall (außer Finish), Gipskarton, Kunststoff
Nass-Schleifen
Beim Nass-Schleifen wird Wasser als Kühlmittel verwendet. Das verhindert Hitzeverfärbungen und verlängert die Lebensdauer des Papiers.
Geeignet für: Autolack, Hochglanz-Finishes, Edelmetalle
Vorteile:
- Keine Hitzeverfärbung
- Feinere Oberflächen möglich
- Längere Papier-Lebensdauer
- Kein Staub
Nachteile:
- Nur spezielles wasserfestes Papier möglich
- Mehr Aufwand
- Elektrowerkzeuge müssen wassergeschützt sein
Profi-Tipp: Für Autolack-Hochglanz ist Nass-Schleifen mit Körnung 1500-3000 unverzichtbar.
Die Geschichte der Schleifpapier-Körnung
Die Standardisierung der Schleifkörnungen begann Anfang des 20. Jahrhunderts. Vorher gab es chaotische, nicht vergleichbare Systeme.
CAMI vs. FEPA
Heute gibt es zwei Hauptnormen:
CAMI (Coated Abrasives Manufacturers Institute) – vor allem in den USA verbreitet
FEPA (Federation of European Producers of Abrasives) – europäischer Standard
Die Unterschiede sind gering, aber bei sehr feinen Körnungen (über 400) können sie ins Gewicht fallen. Für den Heimwerker spielt das in der Praxis kaum eine Rolle.
Mikro-Körnungen
Ab etwa Körnung 1000 unterscheiden sich die Systeme:
- CAMI verwendet Zahlen (1000, 1200, 1500…)
- FEPA verwendet ein “P” davor (P1000, P1200, P1500…)
In Europa sind P-Körnungen Standard. Ein P1000 entspricht in etwa einem CAMI 800.
FAQ: Häufig gestellte Fragen zur Schleifpapier Körnung
Was ist die beste Körnung zum Starten?
Das kommt auf dein Projekt an. Für frisches Holz ohne grobe Unebenheiten ist 120 ideal. Bei altem, lackiertem Holz beginnst du mit 80. Für extreme Fälle (alte Farbe, Rost) kann 40-60 nötig sein.
Kann ich zu fein schleifen?
Ja! Zu feines Schleifen vor dem Lackieren oder Ölen kann zu Haftungsproblemen führen. Die Oberfläche ist dann zu glatt. Die meisten Hersteller empfehlen für Öl Körnung 180-240, für Lack 240-320.
Wie lange hält Schleifpapier?
Das hängt vom Material und der Intensität ab. Bei Hartholz hält eine Scheibe etwa 2-3 m², bei Weichholz 4-6 m². Bei Metall ist die Standzeit deutlich kürzer.
Warum verstopft mein Schleifpapier so schnell?
Das passiert besonders bei Hartholz und Lacken. Lösungen:
- Schleifgitter statt Papier verwenden
- Staubabsaugung verbessern
- Nicht zu fein schleifen (feine Poren verstopfen schneller)
Kann ich Schleifpapier wiederverwenden?
Bei Klett-Papier kannst du es mehrmals ab- und ankleben. Die Schärfe nimmt aber mit jeder Nutzung ab. Für Feinschliffe solltest du immer frisches Papier verwenden.
Was ist der Unterschied zwischen Körnung 80 und P80?
In der Praxis keiner nennenswerter. FEPA (Europa) verwendet das “P”, CAMI (USA) nicht. P80 und 80 sind austauschbar.
Checkliste: Richtig schleifen in 5 Schritten
- Material analysieren – Weichholz, Hartholz, Metall oder Lack?
- Körnungsfolge planen – Nie mehr als 50% Sprung
- Werkzeug wählen – Hand, Exzenter, Schwingschleifer?
- Schritt für Schritt arbeiten – Jede Körnung gründlich
- Kontrollieren – Vor dem Finish prüfen, ob alle Kratzer weg sind
Fazit: Die perfekte Schleifpapier Körnung wählen
Die Wahl der richtigen Schleifpapier Körnung ist keine Rocket Science, erfordert aber ein Grundverständnis der Zusammenhänge. Merke dir folgende Kernpunkte:
- Niedrige Zahlen = grob, hohe Zahlen = fein
- Nie mehr als eine Stufe überspringen
- Material und Werkzeug bestimmen die Körnung
- Der Aufwand für Feinschliff lohnt sich immer
Nutze unseren interaktiven Schleifpapier Körnung Rechner, um die optimale Schleifabfolge für dein konkretes Projekt zu ermitteln. Egal ob du ein Möbelstück aufarbeitest, Rost entfernst oder einen Autolack polierst – mit der richtigen Körnung gelingt jedes Schleifprojekt.
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