Dachneigung Rechner
Was ist die Dachneigung?
Die Dachneigung (auch Dachschräge oder Dachwinkel) beschreibt den Winkel zwischen der horizontalen Grundfläche und der Dachfläche. Sie wird in Grad (°) oder Prozent (%) angegeben und ist einer der wichtigsten Parameter bei der Planung jedes Dachprojekts – vom kleinen Gartenhaus bis zum Wohngebäude.
Die Dachneigung beeinflusst maßgeblich:
- Die Wahl der Dacheindeckung (Ziegel, Metall, Bitumen)
- Den Wasserablauf und die Dichtigkeit
- Die Schneelast und Windbelastung
- Den nutzbaren Wohnraum im Dachgeschoss
- Die Kosten für Material und Konstruktion
Dachneigung berechnen – Die Formel
Die Berechnung der Dachneigung basiert auf einfacher Trigonometrie. Du benötigst zwei der drei folgenden Maße:
- Dachhöhe (h): Der senkrechte Abstand vom First zur Traufe
- Halbe Grundlänge (g): Die horizontale Strecke von der Traufe bis unter den First
- Sparrenlänge (s): Die Länge des Dachsparrens von Traufe bis First
Formel in Grad
Dachneigung (α) = arctan(Dachhöhe ÷ halbe Grundlänge)
Formel in Prozent
Dachneigung (%) = (Dachhöhe ÷ halbe Grundlänge) × 100
Sparrenlänge berechnen
Sparrenlänge = √(Dachhöhe² + halbe Grundlänge²)
Mit unserem Rechner oben musst du keine Formeln selbst anwenden – gib einfach deine Maße ein und erhalte sofort das Ergebnis.
Mindestdachneigung nach Eindeckungsart
Jedes Dachmaterial hat eine Mindestdachneigung, die eingehalten werden muss, damit die Dichtigkeit gewährleistet ist. Hier die wichtigsten Richtwerte:
| Dacheindeckung | Min. | Bereich |
|---|---|---|
| Bitumen / Flachdach | 2°–3° | 2°–10° |
| EPDM-Folie / Gründach | 2° | 2°–8° |
| Trapez-/Wellblech | 5°–7° | 7°–25° |
| Stehfalz-Metall | 3° | 5°–30° |
| Betondachsteine | 22° | 22°–45° |
| Tondachziegel | 22°–30° | 25°–45° |
| Schiefer | 22°–25° | 25°–70° |
| Biberschwanz | 30° | 35°–60° |
| Holzschindeln | 22° | 25°–45° |
| Reet / Stroh | 45° | 45°–60° |
Dachformen und ihre typischen Neigungen
Die Dachneigung hängt eng mit der Dachform zusammen. Hier ein Überblick:
Flachdach (0°–5°)
Flachdächer haben eine minimale Neigung für den Wasserablauf. Sie werden häufig bei modernen Gebäuden, Garagen und Carports eingesetzt. Als Eindeckung eignen sich Bitumenbahnen oder EPDM-Folien.
Pultdach (5°–30°)
Das Pultdach hat nur eine geneigte Fläche und ist besonders bei Anbauten, Gartenhäusern und modernen Wohnhäusern beliebt. Die einfache Konstruktion spart Material und Kosten.
Satteldach (25°–45°)
Der Klassiker unter den Dachformen. Das Satteldach mit zwei gegenüberliegenden Dachflächen bietet guten Wasserablauf, Platz im Dachgeschoss und eignet sich für fast alle Ziegelarten.
Walmdach (20°–35°)
Beim Walmdach sind alle vier Seiten geneigt. Das macht es besonders windstabil und langlebig – ideal für Regionen mit starker Witterung.
Mansarddach (60°–70° oben / 25°–35° unten)
Das Mansarddach hat einen Knick in der Dachfläche und bietet maximalen Wohnraum im Dachgeschoss. Die steile untere Hälfte und flachere obere Hälfte erfordern unterschiedliche Eindeckungen.
Dachneigung bei Holzprojekten – Carport, Gartenhaus & Co.
Bei Holzprojekten im Garten spielt die richtige Dachneigung eine besonders wichtige Rolle:
Carport
Für einen Carport empfiehlt sich eine Dachneigung zwischen 5° und 15°. Ein Flachdach oder leicht geneigtes Pultdach ist die einfachste Lösung. Achte auf ausreichend Gefälle für den Wasserablauf – mindestens 3° bei Metalleindeckung.
Gartenhaus
Beim Gartenhaus sind Neigungen zwischen 15° und 30° üblich. Ein steiles Satteldach mit 25°–35° sieht nicht nur klassisch aus, sondern bietet auch Stauraum unter dem Dach. Für kleine Gartenhäuser reicht oft ein Pultdach mit 10°–15°.
Holzunterstand / Brennholzregal
Für einen einfachen Holzunterstand genügt eine Neigung von 5°–10°. Wichtig ist, dass Regenwasser zuverlässig abläuft und das gelagerte Holz trocken bleibt.
Tipps für Heimwerker
- Immer die Mindestdachneigung des gewählten Dachmaterials einhalten
- Bei Schneeregionen: Steilere Neigung wählen (ab 30°), damit Schnee abrutscht
- Die Sparrenlänge beeinflusst den Holzbedarf – berechne sie vorab mit unserem Rechner
- Bauordnungen und Bebauungspläne können die maximale Dachneigung vorschreiben
Grad in Prozent umrechnen
Die Umrechnung zwischen Grad und Prozent ist nicht linear:
- 10° ≈ 17,6 %
- 20° ≈ 36,4 %
- 30° ≈ 57,7 %
- 45° = 100 %
- 60° ≈ 173,2 %
Formel: Prozent = tan(Grad) × 100
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie berechne ich die Dachneigung?
Miss die Dachhöhe (senkrechter Abstand First–Traufe) und die halbe Grundlänge (horizontaler Abstand Traufe–First). Die Dachneigung in Grad = arctan(Höhe ÷ Grundlänge). Oder nutze einfach unseren kostenlosen Rechner oben.
Welche Dachneigung brauche ich für Dachziegel?
Klassische Tondachziegel benötigen eine Mindestdachneigung von 22° bis 30°, abhängig vom Ziegeltyp. Betondachsteine können ab 22° verlegt werden. Prüfe immer die Herstellerangaben.
Was ist der Unterschied zwischen Grad und Prozent bei der Dachneigung?
Grad geben den tatsächlichen Winkel an (0°–90°). Prozent beschreiben das Verhältnis von Höhe zu Grundlänge × 100. Beispiel: 45° = 100 %, weil Höhe und Grundlänge gleich sind. Bei Dachplanungen werden meist Grad verwendet, im Straßenbau eher Prozent.
Welche Dachneigung ist für ein Gartenhaus ideal?
Für die meisten Gartenhäuser eignen sich 15°–30°. Ein Pultdach mit 10°–15° ist einfach zu bauen, ein Satteldach mit 25°–35° bietet mehr Platz und besseren Wasserablauf. Die Wahl hängt von der gewünschten Eindeckung und Optik ab.
Wie messe ich die Dachneigung an einem bestehenden Dach?
Am einfachsten mit einer Wasserwaage und einem Zollstock: Lege die Wasserwaage horizontal an den Sparren. Miss an einem Ende den senkrechten Abstand zum Sparren. Bei einer 1-m-Wasserwaage entspricht der Abstand in cm direkt der Neigung in Prozent. Alternativ gibt es digitale Neigungsmesser (Inklinometer).
Kann ich mein Flachdach nachträglich steiler machen?
Ja, durch eine Aufständerung oder einen Dachstuhlaufsatz kann ein Flachdach nachträglich geneigt werden. Dies erfordert allerdings eine Statikprüfung und meistens eine Baugenehmigung. Für kleine Projekte wie Carports ist eine nachträgliche Anpassung oft unkompliziert.
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