Was ist die Schrittmaßregel?

Die Schrittmaßregel (auch Schrittmaßformel) ist die wichtigste Formel für die Treppenberechnung. Sie lautet: 2h + a = 590 bis 650 mm, wobei h die Stufenhöhe und a den Auftritt (Tritttiefe) bezeichnet. Die Formel basiert auf der durchschnittlichen Schrittlänge eines Erwachsenen von etwa 630 mm auf ebener Fläche. Beim Treppensteigen verkürzt sich der Schritt proportional zur Steigung – genau dieses Verhältnis bildet die Schrittmaßregel ab.

Ein ideales Schrittmaß liegt bei 620 mm. Liegt der Wert unter 590 mm, fühlt sich die Treppe steil und anstrengend an. Liegt er über 650 mm, wird das Gehen unsicher, weil die Stufen zu flach und tief sind. Unser Treppenrechner prüft diesen Wert automatisch und zeigt dir sofort, ob deine Planung im grünen Bereich liegt.

DIN 18065 – Anforderungen an Treppen im Wohnungsbau

Die DIN 18065 ist die maßgebliche deutsche Norm für Gebäudetreppen. Sie definiert Mindest- und Höchstmaße für Stufenhöhe, Auftritt, Treppenlaufbreite und Handlaufhöhe. Für Wohngebäude mit bis zu zwei Wohnungen gelten folgende Richtwerte:

EigenschaftMindestmaßHöchstmaßEmpfehlung
Stufenhöhe (h)140 mm200 mm170–180 mm
Auftritt (a)230 mm370 mm270–290 mm
Nutzbare Laufbreite800 mm900–1000 mm
Steigungswinkel24°38°28–32°

Neben der Schrittmaßregel kennt die Norm zwei weitere Prüfformeln:

  • Sicherheitsregel: h + a = ca. 460 mm (Toleranz 430–490 mm). Stellt sicher, dass die Treppe sicher begangen werden kann.
  • Bequemlichkeitsregel: a − h = ca. 120 mm (Toleranz 90–150 mm). Garantiert ein komfortables Steigungsverhältnis.

Werden alle drei Regeln gleichzeitig erfüllt, ergibt sich eine ergonomisch optimale Treppe. Unser Treppenrechner prüft alle drei Formeln auf einen Blick.

Treppenarten im Überblick

Je nach Grundriss, Platzangebot und Gestaltungswunsch kommen verschiedene Treppentypen in Frage. Hier die häufigsten Bauformen:

Gerade Treppe

Die gerade Treppe ist die einfachste und kostengünstigste Bauform. Sie verläuft ohne Richtungsänderung von einem Geschoss zum nächsten. Vorteile: einfache Konstruktion, leichter Transport von Möbeln und Lasten. Nachteil: Sie benötigt die meiste Grundfläche in der Länge. Ideal für großzügige Flure und offene Wohnkonzepte.

Viertelgewendelte und halbgewendelte Treppe

Gewendelte Treppen biegen um 90° (viertelgewendelt) oder 180° (halbgewendelt) ab. Sie sparen Grundfläche und passen sich flexibel an den Grundriss an. Die Stufen im Wendungsbereich werden keilförmig – hier ist besonders auf ausreichende Auftrittsbreite an der Lauflinie zu achten.

Wendeltreppe und Spindeltreppe

Die Wendeltreppe dreht sich spiralförmig um einen offenen Treppenschacht, die Spindeltreppe um eine zentrale Säule. Beide Formen sind extrem platzsparend und eignen sich für enge Verhältnisse oder als Designelement. Für den Hauptzugang sind sie aufgrund der schmalen Innenstufen weniger geeignet.

Wangentreppe

Bei der Wangentreppe werden die Stufen zwischen zwei seitlichen Tragbalken (Wangen) eingesetzt. Diese klassische Bauform ist besonders bei Holztreppen beliebt, da sie eine saubere, geschlossene Optik bietet und handwerklich gut umsetzbar ist. Wenn du eine Wangentreppe berechnen möchtest, nutze einfach unseren Treppenrechner oben – die Stufenmaße gelten unabhängig von der Konstruktionsart.

Bolzentreppe (Freitragende Treppe)

Die Stufen werden über Bolzen an der Wand befestigt und tragen sich gegenseitig. Das ergibt eine filigrane, schwebende Optik. Bolzentreppen erfordern eine tragfähige Wand und präzise Statikberechnung.

Tipps für die Planung einer Holztreppe

Holztreppen verbinden Funktionalität mit natürlicher Ästhetik. Damit deine Treppe langfristig Freude macht, beachte diese Punkte:

  • Holzauswahl: Harte Hölzer wie Buche, Eiche oder Esche sind für Treppenstufen ideal. Sie sind trittsicher und widerstandsfähig gegen Abrieb. Weichhölzer wie Fichte eignen sich für weniger frequentierte Treppen, etwa zum Dachboden.
  • Holzfeuchte kontrollieren: Treppenbauholz sollte eine Holzfeuchte von 8–12 % haben. Zu feuchtes Holz verzieht sich und kann knarren. Nutze unseren Holzfeuchte Rechner zur Kontrolle.
  • Oberflächenbehandlung: Geölte Stufen bieten bessere Trittsicherheit als lackierte. Hartwachsöl schützt das Holz und betont die Maserung. Für die Berechnung der benötigten Menge nutze den Lackbedarf Rechner.
  • Trittschallschutz: Elastische Auflagen zwischen Stufen und Tragkonstruktion reduzieren Knarren und Schallübertragung erheblich.
  • Kindersicherheit: Geländerabstände maximal 120 mm. Offene Stufen (ohne Setzstufen) vermeiden, wenn Kleinkinder im Haushalt leben.
  • Beleuchtung: LED-Streifen unter den Stufennasen oder seitliche Wandeinbauleuchten erhöhen die Sicherheit bei Nacht.

Stufenhöhe berechnen – Schritt für Schritt

Die korrekte Stufenhöhe berechnen ist der Ausgangspunkt jeder Treppenplanung. So gehst du vor:

  1. Geschosshöhe messen: Miss die Höhe von Oberkante Fertigfußboden unten bis Oberkante Fertigfußboden oben. Berücksichtige dabei den Bodenaufbau (Estrich, Fliesen, Parkett) beider Geschosse.
  2. Stufenzahl ermitteln: Teile die Geschosshöhe durch die gewünschte Stufenhöhe (170–180 mm ideal). Runde auf eine ganze Zahl. Beispiel: 2.700 mm ÷ 180 mm = 15 Stufen.
  3. Exakte Stufenhöhe berechnen: Teile die Geschosshöhe durch die gerundete Stufenzahl. Beispiel: 2.700 mm ÷ 15 = 180,0 mm.
  4. Auftritt bestimmen: Setze die Stufenhöhe in die Schrittmaßregel ein: a = 630 − 2 × h. Bei h = 180 mm ergibt sich a = 270 mm.
  5. Lauflänge prüfen: Lauflänge = Auftritt × (Stufenzahl − 1). Bei 15 Stufen und 270 mm Auftritt = 3.780 mm. Passt das in deinen Grundriss?

Unser Treppenrechner übernimmt all diese Schritte automatisch – gib einfach Geschosshöhe und Lauflänge ein.

Alle HolzTools Rechner im Überblick

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wie berechne ich die Stufenhöhe einer Treppe?

Teile die Geschosshöhe (Oberkante Boden unten bis Oberkante Boden oben) durch die gewünschte Stufenzahl. Die optimale Stufenhöhe liegt laut DIN 18065 zwischen 140 und 200 mm, idealerweise bei 170–180 mm.

Was ist ein gutes Steigungsverhältnis?

Ein gutes Steigungsverhältnis erfüllt die Schrittmaßregel: 2 × Stufenhöhe + Auftritt = 590–650 mm. Das klassische Verhältnis 18/27 (180 mm Stufenhöhe, 270 mm Auftritt) gilt als ideal und ergibt ein Schrittmaß von 630 mm.

Wie viele Stufen braucht eine Treppe bei 2,70 m Geschosshöhe?

Bei einer typischen Geschosshöhe von 2.700 mm und einer idealen Stufenhöhe von 180 mm ergeben sich 15 Stufen. Bei 170 mm Stufenhöhe wären es 16 Stufen (tatsächliche Stufenhöhe dann 168,75 mm).

Was bedeutet Auftritt bei einer Treppe?

Der Auftritt (auch Tritttiefe oder Stufentiefe) ist die horizontale Tiefe einer einzelnen Stufe, gemessen von Vorderkante zu Vorderkante. Laut DIN 18065 sollte der Auftritt bei Wohngebäuden zwischen 230 und 370 mm liegen, empfohlen sind 270–290 mm.

Welchen Neigungswinkel sollte eine Wohnhaustreppe haben?

Für Treppen in Wohnhäusern empfiehlt die DIN 18065 einen Steigungswinkel zwischen 24° und 38°. Der Komfortbereich liegt bei 28–32°. Steilere Treppen (über 38°) gelten als Leitertreppen und sind nur für untergeordnete Zugänge zulässig.

Ist der Treppenrechner kostenlos?

Ja, unser Treppenrechner ist vollständig kostenlos und ohne Registrierung nutzbar. Du kannst so viele Berechnungen durchführen, wie du möchtest.