Zinken Rechner


Was sind Zinken?

Zinken (auch Zinkenverbindung) sind eine der ältesten und stabilsten Holzverbindungen in der Tischlerei. Zwei Bretter werden so ineinander verzahnt, dass sie sich gegenseitig verriegeln — ohne Schrauben, Nägel oder Dübel. Die bekanntesten Formen sind Schwalbenschwanz-Zinken und Fingerzinken.

Schwalbenschwanz-Zinken (Dovetail)

Die Schwalbenschwanz-Verbindung ist der Klassiker unter den Zinkenverbindungen. Durch die trapezförmige Form der Zinken (die an einen Schwalbenschwanz erinnert) entsteht eine formschlüssige Verbindung, die sich in einer Richtung nicht mehr lösen lässt. Sie wird vor allem für Schubladen, Truhen und hochwertige Möbel verwendet.

Zinkenwinkel nach Holzart

  • Hartholz (Eiche, Buche): 7–8° — flacherer Winkel verhindert Ausbrechen der kurzen Fasern
  • Universal: 10° — der Standardwinkel für die meisten Projekte
  • Weichholz (Fichte, Kiefer): 12–14° — steilerer Winkel für besseren Halt in weichen Fasern

Tipps für saubere Schwalbenschwanz-Zinken

  • Anreißen statt messen: Übertrage die Zinken direkt vom Schwanzstück auf das Pinstück — das ist genauer als jede Messung.
  • Säge auf der Abfallseite: Schneide immer knapp neben der Anrisslinie auf der Seite, die später wegfällt.
  • Feinsäge verwenden: Eine gute Feinsäge (Dozuki oder Rückensäge) ist das wichtigste Werkzeug für Zinken.
  • Stechbeitel scharf halten: Zum Ausstemmen der Abfallstücke brauchst du einen rasiermesserscharfen Stechbeitel.
  • Erst das Schwanzstück sägen: Es ist einfacher, die Pins vom fertigen Schwanzstück zu übertragen als umgekehrt.

Fingerzinken (Box Joint)

Fingerzinken sind einfacher herzustellen als Schwalbenschwanz-Zinken, bieten aber ebenfalls eine sehr stabile Verbindung. Alle Zinken haben die gleiche Breite und sind rechtwinklig — ideal für die Herstellung mit der Tischkreissäge oder Oberfräse und einer Schablone.

Zinkenbreite wählen

Die klassische Regel: Zinkenbreite = Materialstärke. Bei 18 mm starkem Holz also 18 mm breite Zinken. Für feinere Optik kann man auch schmalere Zinken wählen (z.B. 10 mm oder 8 mm), was aber die Anzahl der Schnitte erhöht.

Zinken von Hand oder maschinell?

  • Von Hand: Schwalbenschwanz-Zinken werden traditionell mit Feinsäge und Stechbeitel geschnitten. Das erfordert Übung, ergibt aber die schönsten Ergebnisse. Perfekt für einzelne Werkstücke und hochwertige Möbel.
  • Oberfräse + Schablone: Mit einer Zinkenfrässchablone und Oberfräse lassen sich beide Zinkenarten schnell und reproduzierbar herstellen. Ideal für Serienfertigung.
  • Tischkreissäge: Fingerzinken lassen sich mit einem Schiebeschlitten und Abstandshalter effizient an der Tischkreissäge fertigen.

Häufige Fragen

Wie viele Zinken brauche ich?

Faustregel für Schwalbenschwanz: Brettbreite geteilt durch (2,5 × Materialstärke). Bei 200 mm Breite und 18 mm Stärke: 200 / (2,5 × 18) ≈ 4–5 Zinken. Weniger Zinken = rustikaler Look, mehr Zinken = filigraner.

Welches Holz eignet sich für Zinken?

Grundsätzlich alle Holzarten. Am besten gelingen Zinken in mittelhartem Holz wie Kirsche, Nussbaum oder Ahorn. Sehr weiches Holz (Fichte) neigt zum Ausbrechen, sehr hartes Holz (Eiche) erfordert scharfes Werkzeug und mehr Kraft.

Brauche ich Leim bei Zinkenverbindungen?

Ja — auch bei perfekt geschnittenen Zinken sorgt Holzleim (PVA/Weißleim) für die nötige Festigkeit. Die formschlüssige Verbindung hält mechanisch, aber der Leim verhindert, dass sich die Verbindung bei Holzbewegung lockert.

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