Eine Wanduhr aus einer echten Baumscheibe ist ein einzigartiges Deko-Stück, das Natur direkt ins Wohnzimmer bringt. Das Projekt ist überraschend einfach: Du brauchst eine getrocknete Baumscheibe, ein günstiges Quarz-Uhrwerk und grundlegendes Werkzeug. In ein bis zwei Stunden hast du ein individuelles Designstück an der Wand.
Dieses Projekt ist Teil unserer 20 Ideen aus Holz für Einsteiger bis Profi.
Material und Werkzeug
Materialliste
- 1 Baumscheibe, ∅ 250–400 mm, Dicke 25–40 mm (Eiche, Birke, Nussbaum oder Olive)
- 1 Quarz-Uhrwerk-Set mit Zeigern (Schaftlänge passend zur Scheibendicke!)
- 1 AA-Batterie
- Schleifpapier 80er, 120er, 240er
- Holzöl oder Epoxidharz (für Risse)
- Optional: Zahlen oder Markierungen (Metallziffern, Nagelpunkte oder Brandmalerei)
- 1 Aufhänger (Bilderhaken oder Drahtaufhängung)
Werkzeug
- Akkuschrauber oder Standbohrmaschine
- Forstnerbohrer ∅ 35 mm (für das Uhrwerk-Gehäuse auf der Rückseite)
- Holzbohrer ∅ 8–10 mm (für den Uhrzeiger-Schaft)
- Exzenterschleifer (Schleifpapier-Rechner)
Baumscheibe auswählen und vorbereiten
Die Scheibe muss vollständig getrocknet sein – frische Scheiben reißen unweigerlich beim Nachtrocknen. Kaufe entweder ofengetrocknete Scheiben oder trockne sie selbst (mindestens 6–12 Monate an einem luftigen Ort). Achte auf:
- Möglichst gleichmäßige Dicke (für das Uhrwerk wichtig)
- Keine tiefen Risse, die bis zum Mittelpunkt gehen (dort sitzt später die Uhrachse)
- Schöne Maserung und Rinde (Rinde fixieren oder entfernen)
Schritt-für-Schritt-Anleitung
Schritt 1: Oberfläche schleifen
Schleife die Vorderseite der Baumscheibe plan. Beginne mit 80er Korn, um Unebenheiten zu beseitigen, dann 120er und 240er Korn. Die Rückseite muss nicht perfekt sein, sollte aber einigermaßen plan sein, damit die Uhr flach an der Wand hängt.
Schritt 2: Risse behandeln
Fast jede Baumscheibe hat natürliche Trocknungsrisse. Du hast zwei Optionen:
📌 Natürlich belassen: Die Risse als rustikales Designelement stehen lassen.
📌 Mit Epoxidharz füllen: Klebe die Unterseite mit Klebeband ab, gieße klares oder eingefärbtes Epoxid in die Risse. Nach dem Aushärten plan schleifen. Das ergibt einen modernen Kontrast.
Schritt 3: Mittelpunkt und Bohrung für das Uhrwerk
Finde den optischen Mittelpunkt der Scheibe (muss nicht der geometrische Mittelpunkt sein – bei unregelmäßigen Scheiben sieht eine leicht versetzte Position natürlicher aus). Markiere ihn auf der Vorderseite.
Bohre von der Vorderseite ein Loch (∅ 8–10 mm, je nach Uhrwerk-Schaft) durch die gesamte Scheibe. Das ist das Loch für die Uhrzeiger-Achse.
Drehe die Scheibe um. Fräse oder bohre mit dem 35-mm-Forstnerbohrer eine flache Vertiefung (ca. 15 mm tief) um das Durchgangsloch. Hier sitzt das Uhrwerk-Gehäuse bündig in der Rückseite.
Schritt 4: Uhrwerk einbauen
Stecke die Uhrachse von der Rückseite durch das Bohrloch. Fixiere das Uhrwerk-Gehäuse in der Vertiefung (meistens wird es mit einer Mutter auf der Vorderseite festgezogen). Setze die Zeiger der Reihe nach auf die Achse: Stundenzeiger, Minutenzeiger, Sekundenzeiger.
Wichtig: Prüfe vor dem Einbau, dass die Schaftlänge des Uhrwerks zur Dicke deiner Scheibe passt. Bei einer 30-mm-Scheibe brauchst du ein Uhrwerk mit mindestens 25 mm Schaftlänge.
Schritt 5: Oberflächenbehandlung
Trage Holzöl oder Hartwachsöl auf die Vorderseite und die Kanten auf. Falls du die Rinde stehen lässt, behandle sie mit verdünntem Holzleim oder Klarlack, um Absplittern zu verhindern.
Schritt 6: Aufhängung und Ziffern
Bringe auf der Rückseite einen stabilen Aufhänger an (Bilderhaken oder Drahtaufhängung). Berechne mit unserem Holzgewicht-Rechner, wie schwer die Scheibe ist – verwende passende Wanddübel.
Optional: Markiere die Stundenpositionen mit Nägeln, Metallziffern (aufkleben), kleinen Holzpunkten oder Brandmalerei. Für einen minimalistischen Look reichen auch nur die 12, 3, 6 und 9.
Empfohlene Produkte
- Baumscheibe Eiche ∅ 30 cm – getrocknet und geschliffen, sofort einsetzbar
- Holzöl für Innenbereiche – bringt die Maserung zum Leuchten
Häufige Fehler
📌 Frische (feuchte) Scheibe verwenden: Die Scheibe reißt beim Nachtrocknen und das eingebaute Uhrwerk wird beschädigt. Nur ofengetrocknete oder mindestens 6 Monate luftgetrocknete Scheiben verwenden.
📌 Uhrwerk-Schaftlänge nicht prüfen: Wenn der Schaft zu kurz für die Scheibendicke ist, ragt die Achse nicht weit genug heraus und die Zeiger lassen sich nicht montieren. Vorher messen!
📌 Bohrung nicht mittig genug: Wenn das Loch mehr als 10 mm vom optischen Mittelpunkt abweicht, sehen die Zeiger schief aus. Sorgfältig anzeichnen.
📌 Rinde nicht fixieren: Unbehandelte Rinde fällt nach Monaten ab und hinterlässt Holzstaub auf dem Boden. Mit verdünntem Leim oder Klarlack sichern.
📌 Schwere Metallzeiger bei dünner Scheibe: Lange, schwere Zeiger lassen ein leichtes Uhrwerk nachgehen. Verwende leichte Zeiger oder ein hochwertigeres Werk.
Profi-Tipps
📌 Lichterkette integrieren: Bohre am Rand der Scheibe kleine Löcher (∅ 6 mm) und führe eine LED-Mikro-Lichterkette hindurch – indirekte Beleuchtung für die Uhr.
📌 Funkuhrwerk verwenden: Für ein paar Euro mehr bekommst du ein Funkuhrwerk, das sich automatisch stellt – nie wieder Zeitumstellung vergessen.
📌 Geräuschloses Uhrwerk: Günstige Quarzwerke ticken hörbar. Für Schlaf- oder Wohnzimmer ein „silent sweep”-Uhrwerk mit schleichendem Sekundenzeiger wählen.
📌 Olivenholz oder Nussbaum: Besonders edle Maserungen liefern Olivenholz-Scheiben oder Nussbaum. Die Kombination mit Epoxid-gefüllten Rissen ist ein echter Blickfang.
Fazit
Eine Wanduhr aus einer Baumscheibe ist ein einfaches Projekt mit großer Wirkung. Jede Uhr ist durch die natürliche Maserung ein Unikat. Das perfekte Geschenk oder ein Highlight für die eigene Wand. Weitere Holzprojekte findest du in unseren 20 Ideen aus Holz.
