Hochbeet aus Lärchenholz selber bauen: Anleitung für Heimwerker

Ein Hochbeet aus Lärchenholz ist die nachhaltige Lösung für rückenschonendes Gärtnern. Lärchenholz ist von Natur aus witterungsbeständig und kommt ohne chemische Imprägnierung aus – ideal für den Gemüseanbau. In dieser Anleitung baust du ein stabiles Hochbeet (200 × 80 × 80 cm), das 15–20 Jahre hält.

Dieses Projekt ist Teil unserer 20 Ideen aus Holz für Einsteiger bis Profi.

Warum Lärchenholz?

Lärchenholz hat unter den heimischen Hölzern die beste natürliche Dauerhaftigkeit (Resistenzklasse 3–4). Es enthält einen hohen Harzanteil, der das Holz von innen schützt. Im Vergleich:

📌 Lärche: 15–20 Jahre Lebensdauer im Erdkontakt

📌 Douglasie: 10–15 Jahre (gute Alternative)

📌 Fichte/Kiefer (unbehandelt): 3–5 Jahre – nicht empfehlenswert

📌 Eiche: 20+ Jahre, aber deutlich teurer

Maße und Konstruktion

Unser Hochbeet hat folgende Maße:

📌 Länge: 2000 mm

📌 Breite: 800 mm (von jeder Seite gut erreichbar)

📌 Höhe: 800 mm (ergonomisch, kein Bücken nötig)

Die Konstruktion besteht aus Eckpfosten, an die waagerechte Bohlen verschraubt werden. Innen wird eine Noppenfolie oder Teichfolie als Feuchtigkeitsschutz befestigt.

Material und Werkzeug

Materialliste

  • 4 Eckpfosten aus Lärche: 70 × 70 × 800 mm
  • 10 Bohlen für Längsseiten: 2000 × 150 × 28 mm (5 pro Seite)
  • 10 Bohlen für Stirnseiten: 660 × 150 × 28 mm (5 pro Seite; 800 mm minus 2× 70 mm Pfosten)
  • Edelstahl-Schrauben 5 × 60 mm (ca. 80 Stück) – kein normaler Stahl, der rostet!
  • Noppenfolie oder Teichfolie (ca. 6 m²)
  • Wühlmausgitter (verzinkter Volierendraht), Maschenweite 13 mm
  • Tackerklammern aus Edelstahl

Werkzeug

Schritt-für-Schritt-Anleitung

Schritt 1: Standort vorbereiten

Wähle einen sonnigen bis halbschattigen Platz. Ideal ist eine Nord-Süd-Ausrichtung, damit beide Längsseiten gleichmäßig Sonne bekommen. Ebne den Untergrund und entferne Grassoden auf der Grundfläche (200 × 80 cm). Prüfe mit der Wasserwaage, ob die Fläche eben ist.

Schritt 2: Eckpfosten aufstellen

Stelle die vier Eckpfosten an den Ecken auf. Richte sie mit der Wasserwaage senkrecht aus. Als Hilfskonstruktion verschraube zunächst die unterste Bohle auf jeder Seite – so stehen die Pfosten stabil.

Schritt 3: Bohlen verschrauben

Arbeite dich von unten nach oben. Verschraube jede Bohle mit zwei Edelstahlschrauben pro Pfosten (also 4 Schrauben pro Bohle bei den Längsseiten). Bohre immer vor, um Risse im Lärchenholz zu vermeiden – Lärche ist hart und spaltet leicht.

Lasse zwischen den Bohlen 3–5 mm Abstand für die Hinterlüftung. Das verhindert Staunässe und verlängert die Lebensdauer.

Schritt 4: Wühlmausgitter einlegen

Schneide das Volierendrahtgitter auf die Grundfläche zu (220 × 100 cm, mit Überstand) und lege es auf den Boden des Hochbeets. Biege die Ränder 10 cm nach oben und tackere sie an die unterste Bohlenreihe. Das Gitter hält Wühlmäuse zuverlässig fern.

Schritt 5: Innenfolie anbringen

Klammere Noppenfolie (Noppen zur Wand) an die Innenwände des Hochbeets. Die Folie schützt das Holz vor der permanenten Erdfeuchte und verlängert die Lebensdauer erheblich. Die Folie sollte oben 5 cm über die Oberkante hinausragen – nach dem Befüllen klappst du sie nach innen um.

Wichtig: Den Boden NICHT mit Folie auslegen – Wasser muss nach unten abfließen können.

Schritt 6: Hochbeet richtig befüllen

Die Befüllung erfolgt in vier Schichten (von unten nach oben):

  1. Grobe Schicht (20 cm): Äste, Zweige, grober Baumschnitt – sorgt für Drainage
  2. Mittlere Schicht (20 cm): Laub, Grasschnitt, Häckselgut
  3. Kompostschicht (20 cm): Halbfertiger Kompost oder Pferdemist
  4. Pflanzschicht (20 cm): Hochbeet-Erde oder Mischung aus Gartenerde und Kompost

Die Schichtung erzeugt Verrottungswärme, die das Pflanzenwachstum fördert. Nach dem Befüllen sackt das Beet in den ersten Wochen 10–15 cm zusammen – fülle mit Pflanzerde nach.

Häufige Fehler

📌 Normale Schrauben verwenden: Verzinkte oder schwarze Schrauben rosten im Erdkontakt innerhalb von 1–2 Jahren. Nur Edelstahl (A2 oder A4) verwenden.

📌 Nicht vorbohren: Lärchenholz ist hart – ohne Vorbohren splittern die Bohlen, besonders an den Enden. Immer mit 3,5-mm-Bohrer vorbohren.

📌 Folie über dem Boden: Wenn der Boden mit Folie verschlossen wird, staut sich Wasser und die Wurzeln faulen. Nur die Seitenwände mit Folie schützen.

📌 Kein Wühlmausgitter: Ohne Bodengitter fressen Wühlmäuse die Ernte von unten. Das Gitter muss engmaschig sein (max. 13 mm).

📌 Falsches Holz: Kesseldruckimprägniertes Holz (KDI) enthält Kupfer und Chrom – das gehört nicht in ein Gemüsebeet. Lärche oder Douglasie sind die natürliche Alternative.

Profi-Tipps

📌 Breiter Rand: Verschraube oben eine zusätzliche Bohle flach als Ablagefläche (Abdeckrahmen). So hast du eine bequeme Sitzfläche und Abstellmöglichkeit für Werkzeug und Gießkanne.

📌 Schneckenschutz: Montiere ein Kupferband (3 cm breit) umlaufend an der Außenseite – Schnecken meiden Kupfer.

📌 Bewässerungssystem: Lege einen Tropfschlauch in die obere Erdschicht und schließe ihn an eine Zeitschaltuhr an. So ist dein Hochbeet auch im Urlaub versorgt.

📌 Gefälle berechnen: Falls du das Hochbeet auf einer Terrasse mit Gefälle aufstellst, nutze unseren Gefälle-Rechner für die richtige Ausrichtung.

Fazit

Ein Hochbeet aus Lärchenholz ist ein lohnendes Gartenprojekt, das über viele Jahre Freude macht. Die Kombination aus Holzbau und Gartenwissen macht es besonders reizvoll. Weitere Projektideen findest du in unseren 20 Ideen aus Holz.

robert
robert