Holzarten Härte Tabelle: 40+ Holzarten nach Brinell

Eiche oder Fichte für die Werkbank-Platte? Buche oder Ahorn für das Parkett? Die Antwort steckt in einer einzigen Zahl: der Brinellhärte. Sie verrät Ihnen auf einen Blick, welches Holz Druckbelastungen standhält — und welches bei der ersten schweren Kiste nachgibt. In unserer Holzarten Härte Tabelle finden Sie über 40 heimische und tropische Holzarten mit ihren Brinellwerten, sortiert von weich bis steinhart.

Auf einen Blick: Eiche oder Fichte für die Werkbank-Platte? Buche oder Ahorn für das Parkett? Die Antwort steckt in einer einzigen Zahl: der Brinellhärte. Sie verrät Ihnen auf einen Blick, welches Holz…

Was bedeutet Holzhärte?

Die Holzhärte beschreibt den Widerstand eines Holzes gegen das Eindringen eines Prüfkörpers in seine Oberfläche. Je härter das Holz, desto weniger tiefe Druckstellen entstehen bei mechanischer Belastung. Für Heimwerker ist das entscheidend: Wer einen Werkbank-Belag aus Fichtenholz wählt, wird nach wenigen Monaten deutliche Eindrücke sehen — Buche oder Eiche halten dagegen jahrelang stand.

Die Härte hängt direkt mit der Darrdichte zusammen: Holz mit einer Darrdichte über 550 kg/m³ gilt als Hartholz, darunter als Weichholz. Als Faustregel stimmt die Einteilung „Nadelholz = weich, Laubholz = hart”, aber es gibt Ausnahmen: Die Pappel ist ein Laubholz, gehört jedoch zu den weichsten Hölzern überhaupt. Umgekehrt erreicht die Eibe als Nadelholz Härtewerte, die viele Laubhölzer übertreffen.

Brinellhärte: So wird die Holzhärte gemessen

Das international gängigste Verfahren zur Bestimmung der Holzhärte ist die Brinellprüfung (benannt nach dem schwedischen Ingenieur Johan August Brinell). Dabei wird eine Kugel aus Sinterhartmetall (10 mm Durchmesser) mit einer definierten Kraft (meist 500 N) für eine festgelegte Dauer auf die Holzoberfläche gedrückt. Der entstehende Eindruck wird ausgemessen, und aus Kugelgröße, Kraft und Eindruckdurchmesser ergibt sich die Brinellhärte in N/mm².

Einordnung der Werte:

  • Weiches Holz: unter 20 N/mm² (Fichte, Kiefer, Tanne)
  • Mittelhartes Holz: 20–35 N/mm² (Birke, Ahorn, Nussbaum, Eiche)
  • Hartes Holz: über 35 N/mm² (Robinie, Eibe, Ipé, Olivenholz)

Wichtig: Brinellwerte variieren je nach Wuchsregion, Klima und Feuchtegehalt des Prüfstücks. Die Angaben in Tabellen sind daher immer Richtwerte. Holz aus schnell wachsenden Plantagen kann weicher ausfallen als Holz aus naturnahem Bestand.

Brinell vs. Janka: Was ist der Unterschied?

In Nordamerika wird statt Brinell häufig die Janka-Härte verwendet. Beim Janka-Test wird eine Stahlkugel (11,28 mm) so weit ins Holz gedrückt, bis sie zur Hälfte eingedrungen ist. Das Ergebnis wird in Newton (N) oder Pound-Force (lbf) angegeben. Beide Verfahren messen letztlich das Gleiche — die Druckfestigkeit der Oberfläche — sind aber nicht direkt umrechenbar, da Prüfkraft, Kugeldurchmesser und Messverfahren unterschiedlich sind.

Für den deutschen Markt und europäische Holzhändler ist die Brinellhärte der Standard. Unsere Tabelle verwendet daher ausschließlich Brinellwerte.

Holzarten Härte Tabelle nach Brinell (über 40 Arten)

Die folgende Tabelle listet die gängigsten heimischen und tropischen Holzarten mit ihrer Brinellhärte in N/mm². Die Werte beziehen sich auf die Stirnholzprüfung bei ca. 12 % Holzfeuchte.

HolzartKategorieBrinellhärte (N/mm²)Typische Verwendung
BalsaLaubholzca. 3–5Modellbau, Isolierung
FichteNadelholzca. 12–14Konstruktionsholz, Dachstühle
TanneNadelholzca. 13–15Innenausbau, Verschalungen
PappelLaubholzca. 14–17Sperrholz, Verpackungen
LindeLaubholzca. 15–16Schnitzarbeiten, Modellbau
KieferNadelholzca. 17–19Möbel, Böden, Terrassen
DouglasieNadelholzca. 18–19Terrassen, Fassaden, Konstruktion
KastanieLaubholzca. 19Zäune, Gartenmöbel
LärcheNadelholzca. 20–22Terrassendielen, Fassaden
ErleLaubholzca. 22Möbelbau, Innenausbau
BirkeLaubholzca. 23–27Möbel, Sperrholz, Drechselarbeiten
KirschbaumLaubholzca. 25–30Feine Möbel, Furniere
Rüster (Ulme)Laubholzca. 27Möbel, Bootsbau
NussbaumLaubholzca. 27–32Hochwertige Möbel, Gewehrschäfte
Ahorn (europ.)Laubholzca. 27–30Parkett, Möbel, Küchenarbeitsplatten
TeakLaubholz (tropisch)ca. 28–36Gartenmöbel, Bootsbau, Terrassen
ApfelbaumLaubholzca. 32Drechselarbeiten, Schnitzereien
BucheLaubholzca. 34Parkett, Treppen, Werkbänke
EicheLaubholzca. 34–41Parkett, Möbel, Fachwerk, Fässer
EscheLaubholzca. 37–41Werkzeugstiele, Sportgeräte, Möbel
Iroko (Kambala)Laubholz (tropisch)ca. 35Terrassen, Außenmöbel
Ahorn (canad.)Laubholzca. 38–47Parkett, Bowlingbahnen, Instrumente
ZebranoLaubholz (tropisch)ca. 40Furniere, Dekorelemente
Robinie (Falsche Akazie)Laubholzca. 40–46Spielplätze, Zaunpfähle, Terrassendielen
DoussiéLaubholz (tropisch)ca. 44Parkett, Treppen, Terrassen
WengéLaubholz (tropisch)ca. 44Parkett, Möbel, Musikinstrumente
MerbauLaubholz (tropisch)ca. 47Parkett, Terrassen
BambusGrasca. 40–43Parkett, Möbel, Schneidebretter
Akazie (echt)Laubholzca. 48Möbel, Schneidebretter
SucupiraLaubholz (tropisch)ca. 49Parkett, Terrassen
EibeNadelholzca. 50Bogenbau, Drechselarbeiten, Schnitzerei
Ipé (Lapacho)Laubholz (tropisch)ca. 50–60Terrassendielen, Brücken, Außenbau
OlivenholzLaubholzca. 53Schneidebretter, Küchenutensilien, Dekoration
TaliLaubholz (tropisch)ca. 54Schwerlast-Böden, Terrassen
MuhuhuLaubholz (tropisch)ca. 58Parkett, Intarsien
RosenholzLaubholz (tropisch)ca. 58Musikinstrumente, feine Möbel
MecrusseLaubholz (tropisch)ca. 60Industrie-Böden, Brückenbeläge
Bongossi (Azobé)Laubholz (tropisch)ca. 70–80Hafenbau, Schwellen, Wasserbau

Quelle: Werte nach DIN EN 1534, gerundet. Alle Angaben ohne Gewähr — natürliche Schwankungen sind möglich.

Harte vs. weiche Holzarten: Wann brauchen Sie was?

Die richtige Holzwahl hängt vom Einsatzzweck ab. Hier die wichtigsten Szenarien aus der Werkstatt-Praxis:

Wann Hartholz die bessere Wahl ist

  • Parkett und Dielen: Buche (34 N/mm²), Eiche (34–41) oder Esche (37–41) sind Standard. Wer maximale Haltbarkeit will, greift zu Merbau oder Ipé.
  • Küchenarbeitsplatten: Buche und Eiche halten Messer, Töpfe und tägliche Belastung aus. Achten Sie auf gute Oberflächenbehandlung — Holz und Feuchtigkeit sind keine Freunde.
  • Werkbank-Platten: Eine massive Buchenplatte ist der Klassiker. Mehr dazu im Ratgeber Werkbank selber bauen.
  • Terrassendielen: Robinie (heimisch, 40–46 N/mm²) oder Ipé (tropisch, 50–60) trotzen Regen und Sonne. Lärche (20–22) ist die günstigere, aber weichere Alternative.
  • Schneidebretter: Akazie, Olivenholz oder Ahorn — hart genug, um Messerschnitte zu verkraften. Anleitung: Schneidebrett selber bauen.

Wann Weichholz Vorteile hat

  • Konstruktionsholz: Fichte und Tanne dominieren den Holzbau — günstiger, leichter und einfacher zu bearbeiten als Hartholz.
  • Schnitzarbeiten: Linde (15–16 N/mm²) ist das klassische Schnitzholz. Die geringe Härte erlaubt feine Details mit scharfen Messern.
  • Modellbau: Balsa (3–5 N/mm²) lässt sich mit dem Cuttermesser schneiden und ist extrem leicht.
  • Regale und Innenausbau: Kiefer oder Fichte sind völlig ausreichend, wenn keine mechanische Belastung der Oberfläche auftritt.

Hartholz bearbeiten: Werkzeug-Anforderungen

Je härter das Holz, desto höher die Anforderungen an Ihre Werkzeuge. Wer mit Eiche, Buche oder gar tropischen Harthölzern arbeitet, sollte Folgendes beachten:

  • Sägeblätter: Hartmetallbestückte (HM) oder diamantbestückte Blätter verwenden. Normale HSS-Blätter werden schnell stumpf. Unser Ratgeber: Sägeblatt Holz — das richtige Kreissägeblatt finden.
  • Vorschubgeschwindigkeit: Langsam und gleichmäßig arbeiten. Wer zu schnell schiebt, riskiert Brandspuren und stumpfe Schneiden.
  • Maschinenleistung: Bei Handkreissägen mindestens 1.200 W, bei Oberfräsen ab 1.400 W. Schwache Motoren quälen sich durch Eiche und überhitzen.
  • Vorbohren: Bei Hartholz ist Vorbohren Pflicht, sonst reißt das Holz oder die Schraube bricht ab. Nutzen Sie unseren Vorbohren-Rechner für die richtige Bohrergröße.
  • Kühlung: Bei tropischen Harthölzern (Ipé, Bongossi) kann leichtes Ölen der Schnittstelle die Werkzeugstandzeit deutlich verlängern.
  • Staubabsaugung: Hartholzstaub ist feiner und gesundheitsschädlicher als Weichholzstaub. Eine gute Absauganlage ist bei regelmäßiger Bearbeitung unverzichtbar.

Holzfeuchte und Härte: Der unterschätzte Zusammenhang

Frisch geschlagenes Holz mit 30–40 % Feuchte ist messbar weicher als kammergetrocknetes Holz mit 8–12 %. Der Grund: Wasser in den Zellwänden macht das Holz elastischer und nachgiebiger. Brinellwerte in Tabellen beziehen sich immer auf den Normalzustand bei ca. 12 % Holzfeuchte.

Für Heimwerker bedeutet das: Lagern Sie Holz vor der Verarbeitung ausreichend lange trocken, idealerweise bei 8–12 % Restfeuchte. Messen können Sie das mit einem Holzfeuchte-Messgerät. Unseren Holzfeuchte-Rechner nutzen Sie, um die optimale Ausgleichsfeuchte für Ihren Einsatzort zu berechnen.

Darrdichte: Die Grundlage der Härteeinteilung

Die Darrdichte (auch Rohdichte bei 0 % Feuchte) ist der zuverlässigste Indikator für die Härte eines Holzes. Sie wird ermittelt, indem ein Prüfstück bei 103 °C vollständig getrocknet und dann gewogen wird.

KategorieDarrdichte (kg/m³)Beispiele
Sehr weichunter 400Balsa, Fichte, Tanne, Pappel
Weich400–550Kiefer, Lärche, Erle, Linde
Mittelhart550–700Birke, Buche, Eiche, Nussbaum, Ahorn
Hart700–900Robinie, Eibe, Olivenholz, Merbau
Sehr hart (Eisenholz)über 900Bongossi, Ipé, Mecrusse

Hölzer mit einer Darrdichte über 1.000 kg/m³ sinken im Wasser — daher der volkstümliche Name „Eisenholz”. Bongossi (Azobé) mit etwa 1.060 kg/m³ ist ein klassisches Beispiel und wird im Hafen- und Wasserbau eingesetzt, wo keine andere Holzart mithalten kann.

5 häufige Fehler bei der Holzwahl

  1. Fichte für die Werkbank-Platte: Innerhalb weniger Monate voller Dellen. Greifen Sie mindestens zu Buche (34 N/mm²).
  2. Kiefer-Parkett im Flur: Kieferparkett (17–19 N/mm²) sieht nach zwei Jahren in Laufzonen abgenutzt aus. Eiche ist die bessere Wahl.
  3. Tropisches Hartholz ohne passendes Werkzeug: Ipé mit einem 700-W-Elektrohobel zu bearbeiten, endet in Frust und kaputtem Werkzeug.
  4. Holzfeuchte ignorieren: Zu feuchtes Holz verformt sich nach dem Einbau. Immer messen — nie schätzen.
  5. Nachhaltigkeit vergessen: Tropische Harthölzer wie Ipé oder Teak sollten aus zertifizierten Quellen stammen (FSC- oder PEFC-Siegel). Heimische Alternativen wie Robinie oder Eiche bieten vergleichbare Härte ohne langen Transportweg.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Welches Holz ist am härtesten?

Unter den handelsüblichen Hölzern erreicht Bongossi (Azobé) mit ca. 70–80 N/mm² die höchsten Brinellwerte. Im Heimwerker-Bereich sind Ipé (50–60 N/mm²) und Olivenholz (ca. 53 N/mm²) die härtesten gängig erhältlichen Arten. Bei heimischen Hölzern führt die Robinie mit 40–46 N/mm².

Ist Eiche härter als Buche?

Beide liegen sehr nah beieinander. Buche kommt auf ca. 34 N/mm², Eiche auf 34–41 N/mm² je nach Art. In der Praxis ist der Unterschied gering. Eiche hat jedoch den Vorteil besserer Witterungsbeständigkeit durch ihren höheren Gerbsäuregehalt.

Welches heimische Holz eignet sich am besten für Terrassen?

Die Robinie ist das härteste und witterungsbeständigste heimische Holz für Terrassen (40–46 N/mm², Dauerhaftigkeitsklasse 1–2). Lärche (20–22 N/mm²) ist die günstigere, aber weichere Alternative.

Kann man Brinell- und Janka-Werte umrechnen?

Eine exakte Umrechnung ist nicht möglich, da die Prüfverfahren unterschiedlich sind (verschiedene Kugeldurchmesser, Kräfte, Messgrößen). Als grobe Orientierung: Ein Brinellwert von 34 N/mm² (z. B. Eiche) entspricht etwa einem Janka-Wert von ca. 6.000 N (1.350 lbf). Verlassen Sie sich aber immer auf den Wert im jeweiligen System.

Warum ist Bambusparkett so hart, obwohl Bambus ein Gras ist?

Bambus wird für Parkettböden zu schmalen Streifen geschnitten und unter hohem Druck verleimt (Strand Woven Bamboo). Dieses Verfahren verdichtet das Material extrem und erreicht Brinellwerte von 40–43 N/mm² — härter als Eiche. Nicht verleimter Bambus ist deutlich weicher.

Welches Holz eignet sich für Schneidebretter?

Idealerweise mittelharte bis harte Hölzer mit geschlossenen Poren: Ahorn (27–30 N/mm²), Olivenholz (53 N/mm²) oder Nussbaum (27–32 N/mm²). Zu weiches Holz bekommt tiefe Rillen, zu hartes Holz (z. B. Ipé) stumpft die Messer schnell ab. Anleitung: Schneidebrett selber bauen.

Fazit: Die Brinellhärte als Entscheidungshilfe

Die Brinellhärte ist kein abstraktes Labor-Maß — sie entscheidet ganz praktisch darüber, ob Ihr Holzprojekt jahrelang hält oder nach wenigen Monaten enttäuscht. Nutzen Sie unsere Tabelle als Nachschlagewerk bei jedem neuen Projekt: Weiche Hölzer (Fichte, Kiefer) für Konstruktion und Innenausbau, mittelharte Hölzer (Buche, Eiche) für Möbel und Böden, harte Hölzer (Robinie, Ipé) für Terrassen und Schwerlast-Einsatz.

Achten Sie bei der Holzwahl immer auf drei Faktoren: Härte für den Einsatzzweck, passendes Werkzeug für die Bearbeitung und korrekte Holzfeuchte. Mit diesem Wissen vermeiden Sie teure Fehlkäufe und bekommen genau das Ergebnis, das Sie sich vorstellen.

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robert
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