Gefälle Carport & Flachdach: Tabelle & Berechnung

Carports und Flachdächer brauchen ein exakt geplantes Gefälle, damit Regenwasser zuverlässig abfließt. Steht Wasser auf dem Dach, drohen Schäden an der Abdichtung, Pfützenbildung und im Winter gefährliche Eislast.

Das Mindestgefälle liegt je nach Abdichtungsmaterial bei 2–5 %. In diesem Ratgeber erfahren Sie, welche Neigung für welches Material gilt, wie Sie die Berechnung durchführen und worauf bei Schneelast zu achten ist.

Berechnen Sie Ihr Dachgefälle vorab mit dem Gefälle-Rechner oder dem speziellen Dachneigung-Rechner.

Mindestgefälle nach Abdichtungsmaterial

Jedes Dachabdichtungsmaterial hat andere Anforderungen an die Mindestneigung. Die Flachdachrichtlinie (ZVDH) gibt folgende Werte vor:

AbdichtungMindestgefälleEmpfohlenHinweis
EPDM-Folie2 %3 %Elastisch, UV-beständig, langlebig
Bitumenbahn (2-lagig)2 %3 %Klassiker, verschweißte Nähte
PVC-Dachfolie2 %2–3 %Leicht, schnelle Verlegung
Kunststoff-Wellplatten5 %7 %Nur für Carports, offene Fugen
Trapezblech3 %5 %Profilhöhe beachten, Kondensat
Gründach (extensiv)2 %2–5 %Abdichtung darunter: wurzelfest
💡 Tipp: Die ZVDH-Flachdachrichtlinie definiert „Flachdach” als Dach mit unter 5° Neigung (ca. 8,7 %). Alles darunter gilt als flachgeneigt und erfordert eine vollflächige Abdichtung.

Gefälle berechnen: Formel & Beispiel

Die Berechnung ist einfach:

Höhenunterschied = Länge × (Gefälle in % / 100)
Beispiel: 5 m Carport × 3 % = 0,15 m = 15 cm Höhenunterschied
Dachtiefe2 % Gefälle3 % Gefälle5 % Gefälle
3 m6 cm9 cm15 cm
4 m8 cm12 cm20 cm
5 m10 cm15 cm25 cm
6 m12 cm18 cm30 cm
8 m16 cm24 cm40 cm

EPDM vs. Bitumen: Materialvergleich

EigenschaftEPDM-FolieBitumenbahn
Lebensdauer40–50 Jahre20–30 Jahre
UV-BeständigkeitSehr hochMittel (Beschieferung hilft)
VerarbeitungKleben/selbstklebendVerschweißen (Brenner)
DIY-tauglichJa — selbstklebende VariantenBedingt — Brenner nötig
Flexibilität bei KälteBis −40 °C flexibelWird unter −10 °C spröde
Gewichtca. 1,5 kg/m²ca. 5–8 kg/m² (2-lagig)

Wasseransammlung (Ponding) vermeiden

Stehendes Wasser auf dem Flachdach ist das häufigste Problem. Ursachen und Gegenmaßnahmen:

  • Zu wenig Gefälle: Nachträgliche Korrektur mit Gefälledämmung (keilförmige Dämmplatten, die das Gefälle herstellen).
  • Durchhängende Sparren: Bei Holzkonstruktionen prüfen, ob die Sparren die Last über die gesamte Spannweite tragen. Ggf. verstärken.
  • Verstopfte Abläufe: Dacheinläufe regelmäßig reinigen — Laub, Moos und Schmutz setzen die Entwässerung zu.
  • Senken in der Dachhaut: Können durch Gefälledämmung ausgeglichen werden — die Keilplatten werden auf die bestehende Abdichtung gelegt und neu abgedichtet.

Schneelast & Zusatzbelastung

In schneereichen Regionen kommt zur Regenlast noch Schneelast hinzu. Die DIN EN 1991-1-3 teilt Deutschland in Schneelastzonen ein:

ZoneSchneelast (Ebene)Typische Region
10,65 kN/m²Norddeutsches Tiefland
20,85 kN/m²Mitteldeutschland, Rheinland
31,10 kN/m²Mittelgebirge, Voralpenland

Für Carports gilt: Die Konstruktion muss sowohl die Schneelast als auch die Last von stehendem Wasser (bei verstopftem Ablauf) tragen können. Planen Sie Sicherheitsreserven ein.

⚠️ Wichtig: Ein Carport-Dach mit nur 2 % Gefälle und verstopftem Ablauf kann bei Starkregen schnell 200–300 kg Wasserlast tragen. Dimensionieren Sie die Tragkonstruktion entsprechend.

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Häufige Fragen

Wie viel Gefälle braucht ein Carport-Dach?
Mindestens 2 % bei EPDM- oder Bitumenabdichtung. Bei Wellplatten oder Trapezblech sind 5–7 % empfohlen. Wir raten generell zu mindestens 3 %, um Pfützenbildung sicher zu vermeiden.
EPDM oder Bitumen für den Carport — was ist besser?
EPDM ist langlebiger (40–50 Jahre), leichter und DIY-freundlich (selbstklebend). Bitumen ist günstiger, aber schwerer und erfordert einen Brenner. Für Carports empfehlen wir EPDM — der Aufpreis rechnet sich über die Lebensdauer.
Kann ich das Gefälle nachträglich korrigieren?
Ja — mit einer Gefälledämmung. Keilförmige Dämmplatten (EPS oder PUR) werden auf die bestehende Dachfläche gelegt und erzeugen das gewünschte Gefälle. Darauf kommt eine neue Abdichtungsschicht.
Brauche ich eine Baugenehmigung für einen Carport?
Das hängt vom Bundesland ab. In vielen Ländern sind Carports bis 30–50 m² genehmigungsfrei — aber anzeigepflichtig. Prüfen Sie die Landesbauordnung Ihres Bundeslandes oder fragen Sie beim Bauamt nach.
In welche Richtung sollte das Carport-Dach geneigt sein?
Idealerweise zur Rückseite (vom Einfahrtsbereich weg) oder zur Seite, wo eine Dachrinne das Wasser auffängt. Vermeiden Sie Gefälle Richtung Nachbargrundstück — das Wasserrecht verbietet in den meisten Bundesländern die Ableitung auf fremdes Grundstück. Mehr zur Entwässerung in unserem Ratgeber Drainage & Entwässerung.

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robert
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