Holz Gewicht Tabelle: Waldfrisch, Lufttrocken & Trocken im Vergleich (30+ Holzarten)

Holz Gewicht Tabelle mit 30+ Holzarten: Gewicht waldfrisch, lufttrocken und darrtrocknen in kg/m³. Inkl. Praxisbeispiele für Transport, Brennholz und Statik.

🌲 Das Wichtigste in Kürze

  • Waldfrisches Holz wiegt 50–100 % mehr als trockenes — je nach Holzart und Wassergehalt
  • Feuchtegehalt frisch gefällter Stämme: 50–80 % (Weichhölzer) bis 30–50 % (Harthölzer)
  • Für Transport, Statik und Brennholzkauf ist das tatsächliche Gewicht entscheidend
  • Unsere Tabelle zeigt 30+ Holzarten mit Gewicht bei 0 %, 12 %, 20 % und ~60 % Holzfeuchte

Du hast frisch gefälltes Fichtenholz vor dir — und fragst dich, ob dein Anhänger das überhaupt tragen kann. Oder du kaufst Brennholz und willst wissen, wie viel weniger ein Raummeter nach dem Trocknen wiegt. Beides hat eine klare Antwort — wenn man die richtige Tabelle kennt.

Waldfrisches Holz enthält enormes Wasser. Eine Fichte kurz nach dem Fällen kommt auf ca. 800–900 kg pro Kubikmeter. Dasselbe Holz nach 2 Jahren Trocknung: nur noch 450–480 kg/m³. Fast die Hälfte des Gewichts ist reines Wasser. Das hat direkte Konsequenzen für Transport, Heizwert und Verarbeitung.

Holz Gewicht Tabelle: Waldfrisch, Lufttrocken und Darrtrocknen

Die folgende Tabelle zeigt das typische Gewicht pro Kubikmeter (kg/m³) für 30 Holzarten in vier Trocknungsstufen. Die Werte sind Richtwerte — individuelle Stämme können je nach Standort, Jahrgang und Schnittführung abweichen.

HolzartDarrtrocknen (0 %)Technisch trocken (8–10 %)Lufttrocken (12–15 %)Waldfrisch (~50–80 %)
Fichte430 kg/m³460 kg/m³470 kg/m³800–850 kg/m³
Kiefer480 kg/m³510 kg/m³520 kg/m³850–950 kg/m³
Lärche550 kg/m³580 kg/m³590 kg/m³900–1.000 kg/m³
Tanne (Weißtanne)400 kg/m³430 kg/m³440 kg/m³770–830 kg/m³
Douglasie510 kg/m³540 kg/m³580 kg/m³870–950 kg/m³
Zeder (Western Red)310 kg/m³340 kg/m³350 kg/m³650–750 kg/m³
Buche620 kg/m³670 kg/m³720 kg/m³1.000–1.100 kg/m³
Eiche650 kg/m³680 kg/m³710 kg/m³950–1.050 kg/m³
Ahorn (Spitzahorn)540 kg/m³570 kg/m³610 kg/m³880–980 kg/m³
Esche600 kg/m³640 kg/m³690 kg/m³980–1.060 kg/m³
Birke560 kg/m³600 kg/m³630 kg/m³940–1.020 kg/m³
Hainbuche (Weißbuche)700 kg/m³740 kg/m³790 kg/m³1.050–1.150 kg/m³
Erle450 kg/m³490 kg/m³530 kg/m³830–920 kg/m³
Pappel380 kg/m³420 kg/m³450 kg/m³800–900 kg/m³
Walnuss (Nussbaum)590 kg/m³620 kg/m³660 kg/m³920–1.000 kg/m³
Kirsche (Kirschbaum)560 kg/m³590 kg/m³630 kg/m³900–980 kg/m³
Linde430 kg/m³460 kg/m³490 kg/m³790–870 kg/m³
Kastanie (Edelkastanie)520 kg/m³550 kg/m³590 kg/m³880–960 kg/m³
Robinie (Scheinakazie)680 kg/m³720 kg/m³770 kg/m³1.020–1.120 kg/m³
Ulme (Rüster)580 kg/m³620 kg/m³670 kg/m³960–1.050 kg/m³
Tropisch: Teak620 kg/m³650 kg/m³690 kg/m³900–980 kg/m³
Tropisch: Bangkirai800 kg/m³830 kg/m³870 kg/m³1.100–1.250 kg/m³
Tropisch: Ipé (Lapacho)980 kg/m³1.010 kg/m³1.050 kg/m³1.300–1.450 kg/m³
Tropisch: Mahagoni510 kg/m³540 kg/m³560 kg/m³820–900 kg/m³
Balsa100 kg/m³120 kg/m³150 kg/m³400–500 kg/m³
OSB-Platte (18 mm)600 kg/m³620 kg/m³
Leimholz/BSH Fichte440 kg/m³460 kg/m³
Spanplatte (Standard)640 kg/m³660 kg/m³
💡 Tipp: Für präzise Gewichtsberechnung nach Maß (Länge × Breite × Dicke) — nutze unseren Holzgewicht Rechner. Er kennt 40+ Holzarten und rechnet mit Feuchtekorrektur.

Was bedeuten die Trocknungsstufen?

Die vier Spalten der Tabelle entsprechen vier realen Zuständen, in denen Holz im Alltag vorkommt:

Darrtrocknen (0 % Holzfeuchte)

Dieser Zustand wird nur im Labor erreicht — das Holz wird bei 103 °C bis zur Gewichtskonstanz getrocknet. In der Praxis spielt er kaum eine Rolle, dient aber als Referenzwert für wissenschaftliche Rohdichte-Angaben (Darrdichte). Ein Brett mit 0 % Feuchte nimmt bei normaler Raumluft sofort wieder Wasser auf.

Technisch trocken (8–10 %)

Kammertrocknungsware erreicht in der Regel 8–12 % Holzfeuchte. Das ist der Standard für Innenausbau, Möbelbau und Parkett. Technisch getrocknetes Holz ist formstabil und deutlich leichter als waldfrisches Material — es lässt sich gut verarbeiten und zeigt kaum Schwindung.

Lufttrocken (12–15 %)

Bei natürlicher Lagerung unter Dach (aber mit Luftzirkulation) erreicht Holz nach 1–3 Jahren je nach Dicke etwa 12–15 % Holzfeuchte — das sogenannte Gleichgewichtsfeuchtegehalt bei mitteleuropäischem Außenklima. Dies ist der häufigste Zustand für Terrassenbau, Carportbau und Zimmerei. Die meisten Rohdichte-Tabellen beziehen sich auf diesen Zustand (12 %).

Waldfrisch (40–80 %)

Frisch gefällte Stämme haben je nach Holzart und Jahreszeit sehr unterschiedliche Feuchtegehalte. Weichhölzer (Fichte, Kiefer) enthalten im Winter 50–70 % Wasser — das ist mehr Wassergewicht als Holzsubstanz. Harthölzer wie Buche oder Eiche kommen auf 40–55 %. Der Feuchtegehalt hängt auch vom Fällzeitpunkt ab: Im Sommer ist er höher, im Winter (Saftruhe) etwas niedriger.

⚠️ Transportgewicht immer mit Waldfrisch-Werten berechnen! Wer nach dem Kauf Stammholz abholt, muss mit dem nassen Gewicht planen. 1 Festmeter Fichte waldfrisch wiegt ca. 850 kg — das entspricht dem maximalen Zuladungsgewicht eines normalen PKW-Anhängers.

Praxisbeispiele: So viel wiegt dein Holz wirklich

Die Tabelle ist abstrakt — diese Beispiele machen die Unterschiede greifbar:

Beispiel 1: Brennholz kaufen

Ein Raummeter (1 rm) Buchenbrennholz (gespalten, 33 cm) wiegt waldfrisch rund 600–700 kg. Nach 2 Jahren Trocknung: nur noch ca. 350–400 kg. Wer Brennholz kauft und nach Gewicht zahlt, sollte darauf bestehen, bereits getrocknetes Holz zu bekommen — oder den Preis entsprechend verhandeln.

Beispiel 2: Terrassendielen transportieren

Du kaufst 20 m² Lärche als Terrassendiele (26 mm Dicke). Das Volumen beträgt 20 × 0,026 = 0,52 m³. Lufttrocken wiegt das ~306 kg (0,52 × 590 kg/m³) — für den Kombi gut. Würde dasselbe Holz waldfrisch geliefert, käme es auf 468–520 kg. Das muss das Fahrzeug auch aufnehmen können.

Beispiel 3: Dachbalken statisch berechnen

Ein Fichtendachbalken 12 × 16 cm, 5 m lang, wiegt lufttrocken: 0,12 × 0,16 × 5 × 470 = 45 kg. Wichtig für die Eigenlasten-Berechnung nach DIN EN 1995 (Eurocode 5). Mit dem Holzgewicht Rechner lassen sich solche Berechnungen sekundenschnell für jede Holzart durchführen.

Holzfeuchte messen: So stellst du den genauen Wert fest

Bevor du mit Tabellenwerten rechnest, lohnt es sich, die tatsächliche Holzfeuchte zu kennen. Hierfür gibt es drei Methoden:

Elektrisches Feuchtemessgerät (Widerstandsmessgerät): Die Messsonden werden in das Holz gedrückt. Das Gerät misst den elektrischen Widerstand, der bei trockenem Holz höher ist als bei feuchtem. Genau und schnell — für Heimwerker die beste Lösung. Preisgünstige Modelle sind schon ab 15 € erhältlich.

Darrmethode (Referenzmethode): Eine Probe wird gewogen, bei 103 °C bis zur Gewichtskonstanz getrocknet und erneut gewogen. Die Holzfeuchte ergibt sich aus: (Frischgewicht − Darrgewicht) / Darrgewicht × 100. Sehr genau, aber zeitaufwändig.

Kapazitives Messgerät (berührungslos): Ideal für großformatige Platten und empfindliche Oberflächen — das Gerät muss nicht ins Holz eindringen. Etwas ungenauer als Widerstandsmessung, aber für die Praxis völlig ausreichend.

💡 Faustregel für Brennholz: Gut getrocknetes Brennholz sollte unter 20 % Holzfeuchte haben. Alles darüber verbrennt ineffizient und produziert mehr Teer und Feinstaub. Unser Artikel Holzfeuchte verstehen & richtig messen erklärt alle Methoden im Detail.

Holzgewicht im Brennholzhandel: Raummeter, Festmeter, Schüttmeter

Beim Brennholzkauf begegnen dir oft verschiedene Volumenbegriffe. Das führt regelmäßig zu Verwirrung — vor allem in Kombination mit dem Feuchtegehalt:

BegriffDefinitionUmrechnungsfaktorPraxisbeispiel (Buche, lufttrocken)
Festmeter (fm)Reines Holzvolumen ohne Hohlräume1,01 fm ≈ 720 kg
Raummeter (rm)Gestapeltes Holz inkl. Luftzwischenräumen (~30 %)0,7 fm1 rm ≈ 504 kg
Schüttmeter (srm)Geschüttetes Holz (loses Volumen)0,4–0,5 fm1 srm ≈ 290–360 kg

Ein Händler, der „1 Schüttmeter Buche waldfrisch” anbietet, liefert also etwa 0,45 Festmeter × 1.050 kg/m³ = nur rund 470 kg Holz — inklusive des Wassers. Nach dem Trocknen bleibt deutlich weniger übrig. Für Preisvergleiche solltest du immer auf den Festmeter-Preis von lufttrockenem Holz normieren.

Für die genaue Umrechnung nutze unseren Festmeter Rechner, der Raummeter und Schüttmeter verrechnet.

Warum schwankt das Gewicht so stark — die Wissenschaft dahinter

Holz besteht aus Zellwänden (Lignozellulose) und Poren. Diese Poren können Wasser in zwei Formen enthalten:

Gebundenes Wasser (hygroskopisch): Es ist in den Zellwänden gebunden. Bis zur Fasersättigungsgrenze (ca. 25–35 % Feuchte) verändert das Holz dabei sein Volumen — es quillt und schwindet. Unterhalb der Fasersättigungsgrenze ändert sich auch die Festigkeit: trockenes Holz ist deutlich fester.

Freies Wasser (kapillar): Es befindet sich in den Zellhohlräumen und hat keinen Einfluss auf Volumen oder Festigkeit — aber erheblichen Einfluss auf das Gewicht. Waldfrisches Holz enthält riesige Mengen freies Wasser, das beim Trocknen als erstes entweicht.

Das erklärt, warum Waldfrisch-Werte so stark schwanken: Je nach Wachstumsbedingungen, Jahreszeit der Fällung und Holzart unterscheiden sich die Porenanteile erheblich. Die Tabellenwerte für “Waldfrisch” sind daher immer Richtwerte mit ±15 % Toleranz.

Typische Fehler beim Umgang mit Holzgewicht-Daten

Fehler 1: Rohdichte-Tabellen ohne Feuchteangabe verwenden. Viele Tabellen im Internet nennen nur einen Wert ohne Feuchtegrad. Meist ist 12 % gemeint — aber nicht immer. Prüfe vor der Verwendung, auf welchen Feuchtegehalt sich die Angabe bezieht.

Fehler 2: Waldfrisches Holz mit Trockengewicht kalkulieren. Wer für ein Freiluftprojekt frisch geschnittene Balken transportiert und mit Lufttrocken-Werten rechnet, unterschätzt das Gewicht um 50–70 %. Das kann Anhängerüberlastung bedeuten.

Fehler 3: “Lufttrocken” mit “trocken” gleichsetzen. In der Holzbranche heißt lufttrocken ca. 12–15 % Feuchte. Im Innenbereich trocknet das Holz weiter auf 8–10 %. Das führt zu Schwindung und kann bei falsch dimensionierten Fugen zu Schäden führen.

Holzgewicht und die Wahl des richtigen Werkzeugs

Das Gewicht des Holzes hat direkten Einfluss auf die Werkzeugwahl. Schwere Harthölzer wie Bangkirai (870 kg/m³) oder Robinie (770 kg/m³) stellen andere Anforderungen als leichte Fichte (470 kg/m³):

Sägen: Bei dichtem Holz (Eiche, Buche, Bangkirai) ist ein Kreissägeblatt mit weniger Zähnen und negativem Spanwinkel vorteilhaft. Die Tischkreissäge sollte mindestens 1.800 Watt Motorleistung haben. In unserem Tischkreissäge Test findest du passende Modelle für Hartholz.

Bohren und Schrauben: Für Harthölzer empfiehlt sich ein Vorbohren nach Tabelle — zu dichtes Holz spaltet ohne Vorbohrung. Beim Akkuschrauber sind hier mindestens 50–60 Nm Drehmoment sinnvoll.

Schleifen: Dichte Hölzer setzen Schleifpapier schneller zu. Für Bangkirai oder Teak eignen sich spezielle Schleifmittel für Hartholz — normale Schleifblätter verschleißen in kurzer Zeit.

FAQ: Häufige Fragen zum Holzgewicht

Wie viel wiegt 1 Kubikmeter Holz waldfrisch?
Das hängt von der Holzart ab: Fichte waldfrisch wiegt ca. 800–850 kg/m³, Buche ca. 1.000–1.100 kg/m³, Eiche ca. 950–1.050 kg/m³. Leichte Holzarten wie Tanne oder Pappel kommen auf 770–900 kg/m³. Die Variation entsteht durch unterschiedliche Wassergehalte (50–80 %) je nach Holzart und Fällzeitpunkt.
Welches Holz ist waldfrisch am schwersten?
Robinie, Hainbuche und Bangkirai gehören zu den schwersten europäischen bzw. importierten Holzarten — auch waldfrisch. Robinie kann waldfrisch bis 1.120 kg/m³ erreichen. Exotisches Holz wie Ipé (Lapacho) übersteigt sogar 1.400 kg/m³ im nassen Zustand und sinkt im Wasser.
Wie lange dauert es, bis Holz lufttrocken ist?
Faustregel: pro 25 mm Holzdicke ein Jahr Trocknungszeit unter Dach mit Luftzirkulation. Ein 50 mm dicker Balken braucht also ca. 2 Jahre. Stammholz (200 mm+) entsprechend länger. Kammertrocknungsware erreicht in 1–4 Wochen 8–12 % Feuchte. Die Trocknungsgeschwindigkeit hängt auch von der Holzart ab: Eiche trocknet langsamer als Fichte.
Warum sinkt manches Holz im Wasser, obwohl es “Holz” ist?
Holz sinkt, wenn seine Rohdichte größer als 1.000 kg/m³ ist — also schwerer als Wasser. Das trifft auf Ipé (1.050+ kg/m³ lufttrocken), Bangkirai (870+ kg/m³) und Ebenholz (1.000–1.300 kg/m³) zu. Waldfrische Exemplare dieser Arten sinken noch schneller, da das enthaltene Wasser das Gewicht weiter erhöht.
Kann ich mit dem Holzgewicht den Heizwert berechnen?
Indirekt: Der Heizwert von Brennholz hängt weniger von der Holzart als vom Feuchtegehalt ab. Bei 20 % Feuchte liegt der Heizwert der meisten Holzarten bei ca. 4,0 kWh/kg. Bei 15 % Feuchte steigt er auf ~4,2 kWh/kg. Buche hat bei gleicher Feuchte einen leicht höheren Heizwert als Fichte, weil Buche deutlich dichter ist und pro Raummeter mehr Substanz enthält. Unser Artikel Brennholz Gewicht & Heizwert zeigt alle Holzarten im Vergleich.
Welche Holzart eignet sich für schwere Konstruktionen?
Für tragende Konstruktionen zählen Druckfestigkeit und Biegesteifigkeit mehr als das Gewicht allein. Fichte und Kiefer sind im Verhältnis Gewicht-zu-Festigkeit ideal für den konstruktiven Holzbau. Eiche und Robinie eignen sich hervorragend für Außenkonstruktionen (Terrassenunterbau, Pfosten), wo Witterungsbeständigkeit wichtig ist. Die Tragfähigkeit von Holzbalken lässt sich mit unserem Tragfähigkeit-Rechner prüfen.
Hinweis: Alle Gewichtsangaben in dieser Tabelle sind Richtwerte basierend auf anerkannten Holzdichten-Normen (DIN 68364). Individuelle Hölzer können je nach Wuchsgebiet, Lagerung und Holzfeuchte abweichen. Für sicherheitskritische Anwendungen (Statik, Traglasten) immer einen Fachplaner hinzuziehen.
Genaues Holzgewicht berechnen?

Mit unserem kostenlosen Holzgewicht Rechner berechnest du das exakte Gewicht für jede Form, Maß und Feuchte — in Sekunden.

→ Zum Holzgewicht Rechner

robert
robert