Untersetzer aus Restholz sind das perfekte Projekt, um Holzreste sinnvoll zu verwerten. In weniger als einer Stunde entstehen praktische und dekorative Untersetzer für Tassen, Gläser oder Töpfe. Wir zeigen dir drei verschiedene Varianten – vom einfachen Brettchen bis zum aufwendig verleimten Muster.
Dieses Projekt ist Teil unserer 20 Ideen aus Holz für Einsteiger bis Profi.
Drei Varianten im Überblick
Variante 1: Massivholz-Scheibe – Eine einzelne Holzscheibe (z.B. Astscheibe) schleifen und ölen. Am einfachsten.
Variante 2: Verleimte Streifen – Restholzstreifen verleimen, auf Maß sägen. Schöne Kontraste möglich.
Variante 3: Klötzchen-Mosaik – Kleine Holzwürfel auf eine Trägerplatte kleben. Aufwendig, aber optisch beeindruckend.
Material und Werkzeug
Materialliste (für 4 Untersetzer)
- Restholz verschiedener Sorten (Eiche, Nussbaum, Buche, Ahorn), mindestens 10 × 10 cm pro Untersetzer
- Holzleim (D3 wasserfest)
- Schleifpapier 120er und 240er Körnung
- Lebensmittelechtes Holzöl oder Hartwachsöl
- Optional: Korkplättchen oder Filzgleiter für die Unterseite
Werkzeug
- Handkreissäge oder Tischkreissäge
- Stichsäge (für runde Formen)
- Exzenterschleifer oder Schleifklotz (Schleifpapier-Rechner)
- Schraubzwingen
- Lineal, Bleistift, Zirkel
Anleitung: Verleimte Streifen (Variante 2)
Diese Variante ergibt die schönsten Ergebnisse und nutzt selbst kleinste Reste.
Schritt 1: Restholz sortieren und hobeln
Sortiere deine Reststücke nach Dicke. Idealerweise hobelst du alle Leisten auf die gleiche Stärke – 10 bis 12 mm sind ideal für Untersetzer. Falls du keinen Dickenhobel hast, wähle Reste mit möglichst gleicher Dicke aus und schleife Unterschiede weg.
Schritt 2: Streifen zusägen
Säge die Holzstücke in gleichmäßige Streifen von ca. 15–20 mm Breite und mindestens 120 mm Länge. Variiere die Holzarten für einen schönen Kontrast: helles Ahornholz neben dunklem Nussbaum, Eiche neben Kirsche.
Schritt 3: Streifen verleimen
Lege die Streifen in der gewünschten Reihenfolge nebeneinander. Trage auf alle Leimflächen wasserfesten Holzleim auf und presse sie mit Schraubzwingen zusammen. Achte darauf, dass die Oberfläche plan bleibt – lege oben und unten jeweils ein gerades Brett als Zulagen an.
Trocknungszeit: mindestens 2 Stunden, besser über Nacht.
Schritt 4: Auf Maß sägen
Säge die verleimte Platte in quadratische Untersetzer (z.B. 100 × 100 mm). Alternativ zeichne mit einem Zirkel Kreise auf und säge sie mit der Stichsäge aus. Typische Größen: 90–100 mm Durchmesser für Tassen, 150–180 mm für Töpfe.
Schritt 5: Schleifen
Schleife alle Flächen und Kanten sorgfältig. Beginne mit 120er Korn, dann 240er Korn. Brich die Kanten leicht – entweder mit Schleifpapier von Hand oder mit einem kleinen Abrundfräser. So liegen die Untersetzer angenehm in der Hand.
Schritt 6: Oberflächenbehandlung
Trage Hartwachsöl oder lebensmittelechtes Holzöl auf. Zwei Schichten reichen aus – zwischen den Schichten leicht mit 400er Korn zwischenschleifen. Das Öl schützt vor Wasserflecken und bringt die Maserung zum Leuchten.
Schritt 7: Antirutsch-Pads anbringen
Klebe auf die Unterseite kleine Korkplättchen oder Filzgleiter. Das verhindert, dass der Untersetzer auf glatten Oberflächen rutscht, und schützt empfindliche Tischplatten vor Kratzern.
Variante Klötzchen-Mosaik
Für die aufwendigere Mosaik-Variante säge kleine Holzwürfel (ca. 15 × 15 × 15 mm) aus verschiedenen Hölzern. Ordne sie in einem Schachbrettmuster oder einem zufälligen Muster auf einem dünnen Sperrholz-Träger (3 mm) an und verleime sie mit Holzleim. Nach dem Trocknen die Oberfläche plan schleifen und ölen.
Empfohlene Produkte
- Lebensmittelechtes Holzöl – zum Versiegeln der Untersetzer
- Filzgleiter-Set – als Antirutsch-Pads für die Unterseite
Häufige Fehler
📌 Unterschiedliche Holzdicken verleimen: Wenn die Streifen nicht gleich dick sind, wird die Oberfläche uneben und du musst extrem viel schleifen. Vorher hobeln oder sorgfältig auswählen.
📌 Zu wenig Leim auftragen: Bei schmalen Leisten braucht jede Fuge eine vollständige Leimschicht. Trockene Stellen ergeben schwache Fugen, die bei Feuchtigkeit aufgehen.
📌 Weichholz und Hartholz mischen: Fichte neben Eiche führt dazu, dass sich die weiche Fichte beim Schleifen schneller abträgt. Das Ergebnis sind unebene Oberflächen.
📌 Untersetzer nicht ölen: Unbehandeltes Holz bekommt sofort Wasserflecken vom ersten Glas. Öle sind hier Pflicht.
📌 Zu groß dimensionieren: Ein 200-mm-Untersetzer für eine Kaffeetasse sieht verloren aus. Passe die Größe dem Verwendungszweck an.
Profi-Tipps
📌 Stirnholz nutzen: Klebe die Streifen mit der Stirnseite nach oben – das ergibt ein besonders schönes Muster und ist widerstandsfähiger gegen Hitze.
📌 Set verschenken: Vier gleiche Untersetzer in einer einfachen Holzbox sind ein tolles Geschenk. Die Box baust du aus den gleichen Resten.
📌 Epoxidharz-Akzente: Fülle kleine Risse oder Astlöcher mit eingefärbtem Epoxidharz auf – das ergibt einen modernen Look.
📌 Holzgewicht beachten: Schwere Hölzer wie Eiche machen die besten Untersetzer – sie rutschen weniger. Nutze unseren Holzgewicht-Rechner zum Vergleich.
Fazit
Untersetzer aus Restholz sind das ideale Projekt für zwischendurch. Du verwandelt Abfallstücke in nützliche und schöne Alltagsgegenstände – und übst nebenbei wichtige Grundtechniken wie exaktes Sägen, Verleimen und Oberflächenbehandlung. Mehr Projektideen findest du in unseren 20 Ideen aus Holz.
