Eine stabile Werkbank ist das Herzstück jeder Holzwerkstatt. In dieser Anleitung baust du eine robuste Werkbank aus Konstruktionsholz und einer massiven Arbeitsplatte – schwer genug, damit nichts wackelt, und mit einer belastbaren Oberfläche, die Hammerschläge und Schraubzwingen aushält. Das Projekt erfordert einen Nachmittag und grundlegendes Werkzeug.
Dieses Projekt ist Teil unserer 20 Ideen aus Holz für Einsteiger bis Profi.
Maße und Konstruktion
Unsere Werkbank hat folgende Maße:
📌 Länge: 1500 mm
📌 Tiefe: 600 mm
📌 Höhe: 850–900 mm (ergonomisch, je nach Körpergröße)
📌 Arbeitsplatte: 40 mm stark (Buche-Leimholz oder Multiplex)
Richtige Höhe ermitteln: Stell dich aufrecht hin und lass die Arme hängen. Die Handgelenke sollten auf Höhe der Arbeitsfläche liegen. Typisch: Körpergröße ÷ 2 + 50 mm.
Material und Werkzeug
Materialliste
- 1 Arbeitsplatte: Buche-Leimholz oder Multiplex, 1500 × 600 × 40 mm
- 4 Beine: Kantholz 80 × 80 mm, Länge = Gesamthöhe minus 40 mm Plattenstärke
- 4 Längs-Zargen: 60 × 40 × 1340 mm (oben und unten)
- 4 Quer-Zargen: 60 × 40 × 440 mm (oben und unten)
- 1 Ablageboden (optional): Multiplex oder OSB, 1340 × 440 × 18 mm
- Schlossschrauben M8 × 120 mm oder Holzschrauben 6 × 80 mm
- Holzleim D3
- Schleifpapier 80er, 120er
Werkzeug
- Handkreissäge oder Kappsäge
- Akkuschrauber (Drehmoment-Tabelle)
- Stechbeitel (für Überblattungen, optional)
- Schraubzwingen, Winkel, Wasserwaage
Schritt-für-Schritt-Anleitung
Schritt 1: Beine und Zargen zusägen
Säge die vier Beine auf exakt gleiche Länge. Dann die Zargen: Je zwei Längs-Zargen und zwei Quer-Zargen für den oberen Rahmen (direkt unter der Platte) und den unteren Rahmen (ca. 150 mm über dem Boden, als Ablagebasis).
Schritt 2: Untergestell zusammenbauen
Verbinde die oberen Zargen mit den Beinen. Die einfachste Methode: Verschraube die Zargen stirnseitig in die Beine mit je zwei 6 × 80 mm Schrauben. Bohre vor (4 mm) und senke die Schraubenköpfe ein.
Für mehr Stabilität: Fräse Überblattungen (halbe Holzstärke) in Beine und Zargen, verleime und verschraube sie. Eine Werkbank muss enorme Kräfte aushalten – jede zusätzliche Stabilität zahlt sich aus.
Wiederhole das Ganze mit den unteren Zargen. Prüfe nach jedem Schritt mit dem Winkel auf Rechtwinkligkeit.
Schritt 3: Diagonale Aussteifung
Eine Werkbank ohne Diagonalaussteifung wackelt. Verschraube auf der Rückseite (oder Unterseite) mindestens eine Diagonale – ein Brett von der oberen linken Ecke zur unteren rechten Ecke. Alternativ: Der Ablageboden (Schritt 5) stabilisiert das Gestell ebenfalls.
Schritt 4: Arbeitsplatte montieren
Lege die Platte auf das Gestell und verschraube sie von unten durch die oberen Zargen (Schrauben 5 × 50 mm). Verwende Langlöcher in den Zargen, damit sich die Platte bei Feuchtigkeitsschwankungen ausdehnen kann, ohne zu reißen.
Schritt 5: Ablageboden einbauen
Lege eine Multiplex- oder OSB-Platte auf die unteren Zargen und verschraube sie. Der Ablageboden bietet Stauraum für Werkzeuge und beschwert die Bank zusätzlich – mehr Gewicht bedeutet weniger Wackeln.
Schritt 6: Arbeitsplatte vorbereiten
Schleife die Oberfläche mit 80er und 120er Korn glatt. Eine Werkbank-Platte muss nicht perfekt geschliffen sein – Kratzer und Dellen gehören dazu. Behandle die Platte mit Leinöl oder lass sie unbehandelt – beides ist gängig.
Optional: Bohre an einer Seite eine Reihe 20-mm-Löcher im Raster (Lochreihe für Bankhaken und Niederhalter).
Häufige Fehler
📌 Zu leichte Konstruktion: Eine Werkbank muss schwer sein. Dünne Beine (unter 60 × 60 mm) und leichte Platten wackeln bei jedem Hobelstoß. Massiv bauen.
📌 Keine Diagonalaussteifung: Ohne Diagonale oder festen Ablageboden hat das Gestell seitliches Spiel – gefährlich beim Arbeiten mit Kraft.
📌 Falsche Arbeitshöhe: Eine zu niedrige Bank führt zu Rückenschmerzen, eine zu hohe zu Schulterverspannungen. Vorher die persönliche Höhe ermitteln.
📌 Platte fest verschrauben: Massivholzplatten „arbeiten” – sie dehnen sich bei Feuchtigkeit aus. Ohne Langlöcher reißt die Platte oder drückt die Zargen auseinander.
📌 Weiche Arbeitsplatte: Fichtenholz als Arbeitsplatte bekommt von jeder Schraubzwinge tiefe Abdrücke. Buche oder Multiplex verwenden.
Profi-Tipps
📌 Lochrasterplatte: Bohre ein 20-mm-Lochraster (Abstand 96 mm) in die Platte. Mit Bankhaken und Niederhaltern kannst du Werkstücke ohne Schraubzwinge fixieren.
📌 Vorderzange nachrüsten: Eine Holzvorderzange verwandelt deine Werkbank in eine echte Hobelbank. Es gibt Bausätze zum Nachrüsten.
📌 Steckdosenleiste montieren: Schraube eine Mehrfachsteckdose unter die Vorderkante – so sind Elektrowerkzeuge immer einsatzbereit.
📌 An die Wand schrauben: Verschraube die Werkbank zusätzlich an der Wand (über die hinteren Zargen) – das eliminiert jedes Wackeln.
Fazit
Eine selbstgebaute Werkbank ist die Basis für alle weiteren Projekte. Investiere in stabile Materialien und eine ergonomische Höhe – du wirst viele Stunden an ihr verbringen. Weitere Projektideen findest du in unseren 20 Ideen aus Holz.
